Kindergarten und Schule: Mehrsprachigkeit und kulturelle Vielfalt zum Thema machen

Kinder kommen mit den unterschiedlichsten Muttersprachen in Kindergärten und Schulen. Für eine gelungene Einbettung ist eine enge Zusammenarbeit zwischen den pädagogischen Fachkräften und den Eltern unerlässlich.

05.05.2017 Bundesweit Pressemeldung SchauHoer Verlag
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Doch wie kann eine solche Zusammenarbeit aussehen? Kann angesichts einer möglichen Sprachbarriere überhaupt zusammen gearbeitet werden? Wie können die richtigen  Schritte aussehen, wenn Eltern und Kinder neu in den Institutionen wie Kindergarten und Schule ankommen? Bei Vorträgen und Seminaren zum Thema mehrsprachige Erziehung stellen wir immer wieder viele Unsicherheiten seitens der Eltern fest. Eine gute Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen, ist die Mehrsprachigkeit zum Thema zu machen.

Bibliografische Hinweise:

Mit Sprache umhüllen – Praktische Tipps für die bilinguale Erziehung
Inés Maria Jiménez
185 x 215 mm, 122 Seiten,
Softcover, 18,95 Euro
SchauHoer Verlag
ISBN 978-3-940106-19-3

Tipps: Gestaltung eines Elternabends

Die Erfahrung zeigt: eine persönliche Einladung der Bezugspersonen hat einen größeren Erfolg als ein allgemeiner Aushang oder ein Infoschreiben.

Im Vorfeld sollte abgeklärt werden, ob die Teilnehmer die deutsche Sprache gut sprechen, verstehen und auch schreiben können. Für manche Eltern ist es leichter, wenn sie ihre dringendsten Fragen zum Thema zuhause auf einem Fragebogen stellen können. Auch Sorgen und Ängste können in Ruhe formuliert werden. Andere Eltern sind eher in der Lage, sich mündlich zu öffnen, benötigen aber eine langsame oder einfache Ansprache der pädagogischen Fachkräfte. In manchen Fällen ist sogar ein Dolmetscher sinnvoll.

Die Muttersprache ist Teil der Persönlichkeit und Kultur. Oft fürchten Eltern, dass kulturelle Bindungen aufgegeben werden müssen. Gezielt kann am Elternabend vermittelt werden, welche Vorteile eine mehrsprachige Erziehung bietet und wie sowohl die Muttersprache als auch die Zweitsprache Deutsch gefördert werden können. Dabei ist es wichtig zu zeigen, was der Kindergarten bzw. die Schule selbst dazu beiträgt. Es sollte die Muttersprache der Kinder einen festen Platz in den Institutionen einnehmen,  so bei Festen, beim Spiel, im Unterricht, durch mehrsprachige Bücher in der Schulbibliothek, zweisprachiges Vorlesen, interkulturelle Spiele und Medien oder weitere geplante Infoabende, die dann aktiv von den Eltern mitgestaltet werden können.

Über die Autorin
Inés María Jiménez wurde 1968 in der Nähe von Dortmund geboren und wuchs als Kind einer spanisch-deutschen Familie auf. Sie studierte Romanistik (Schwerpunkt Hispanisitik), Germanistik und Sprachlehrforschung an der Ruhr-Universität Bochum, das sie 1999 mit dem Magister-Examen abschloss.

Ihr Hauptinteresse gilt unter anderem dem Thema „Mehrsprachigkeit“. 2011 erschien ihr Ratgeber „Mut zur Mehrsprachigkeit. So erziehe ich mein Kind in einer Fremd- oder Zweitsprache“. Außerdem veröffentlichte sie mehrere Aufsätze in Deutsch und Englisch zum Thema „Intentional Bilingualism“. 2013 erschien das Kinderbuch „Warum Opa eine neue Sprache lernt“  und im SchauHoer Verlag der Elternratgeber „Mit Sprache umhüllen – Praktische Tipps für die bilinguale Erziehung“ 2015.

Auf dem Elternabend sollte darauf eingegangen werden, was Eltern außerdem konkret unternehmen können. Dazu gehört z.B. die Eltern darüber zu informieren, dass sie mit ihren Kindern konsequent in ihrer Muttersprache sprechen sollten. Auch das „One person – one language“-Prinzip als Methode sollte erklärt werden. Die regelmäßige Kommunikation zwischen Eltern und Kindern ist äußerst wichtig.

Andererseits sollten Eltern die deutsche Sprache fördern, indem sie die Kontakte ihrer Kinder zu deutschsprachigen Kindern unterstützen. Hinweise auf die Möglichkeiten, die sich durch eine Mitgliedschaft in Sportvereinen, Musikschulen oder durch andere Freizeitaktivitäten. eröffnen, sollten hervorgehoben werden.

Wichtig ist, den Eltern auf dem Abend Raum für ihre Fragen zur Verfügung zu stellen. Was passiert, wenn das Kind nur noch auf Deutsch antwortet und die Muttersprache ablehnt? Was ist, wenn mein Kind Sprachprobleme aufweist? Wie viele Sprachen kann ich mit meinem Kind sprechen? Diese und weitere Fragen sollten kompetent beantwortet werden, um den Eltern Unsicherheiten zu nehmen. Hierbei kann es von Vorteil sein, einen Experten zum Thema mehrsprachige Erziehung einzuladen.

Es gilt also, sich gut auf den Elternabend vorzubereiten. Hierzu bietet unser Ratgeber „Mit Sprache umhüllen – Praktische Tipps für die bilinguale Erziehung“ den pädagogischen Fachkräften und auch Eltern viele Hintergrundinformationen, Tipps zur mehrsprachigen Erziehung sowie Hinweise zu weiterführender Fachliteratur in unterschiedlichen Sprachen. Autorin ist Inés Maria Jiménez, die u.a. Sprachlehrforschung an der Universität Bochum studierte und als Dozentin und Referentin arbeitet.

Ansprechpartner

SchauHoer Verlag
Patricia Hahne-Wolter
Orrer Str. 29
50259 Pulheim
Telefon: 02238-4559904
E-Mail: info@schauhoer-verlag.de
Web: www.schauhoer-verlag.de


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