KMK muss sich als föderale Schaltstelle beweisen

„Das Jahr 2007 ist für den VBE Gradmesser, wie die Kultusministerkonferenz (KMK) den kooperativen Föderalismus auf die Bahn bringt“, erklärt der Bundesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) Ludwig Eckinger anlässlich der Übernahme der KMK-Präsidentschaft durch Berlins Bildungssenator Jürgen Zöllner.

19.01.2007 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung e.V. (VBE)

„Die KMK ist die föderale Schaltstelle im Bildungsbereich. Salbungsvolle Worte zur nationalen Bildungsverantwortung ersetzen nicht die Tat“, betont Eckinger weiter. „Der VBE pocht darauf, dass Bund und Länder sich auf eine nationale Bildungsstrategie verständigen.“ Andernfalls würden nationale Bildungsberichterstattung und Bildungsstandards in der Luft hängen, warnt der Bundesvorsitzende. „Mit der Unterschrift der KMK unter die gemeinsame Erklärung vom 19. Oktober 2006 zum individuellen Fördern und Fordern aller Schülerinnen und Schüler gibt sich der VBE nicht zufrieden. Das Bekenntnis zu einer neuen Lehr- und Lernkultur taugt nur, wenn verlässliche Unterstützungssysteme gesichert werden.“ Testen für öffentliches Schulranking hält Ludwig Eckinger dagegen für „mehr als kontraproduktiv“.

Die von KMK-Präsident Zöllner angedachte Initiative zum pädagogischen Einsatz von IT und der Befassung mit PC-Spielen in der Schule hält der VBE-Bundesvorsitzende für „dringlich und richtig“.

Scharfe Kritik übt Eckinger an der „Hinhaltetaktik der KMK bei der Reform der Lehrerbildung“: „Anstatt das heiße Eisen in neue Formen zu gießen, wartet die KMK offenbar auf unkontrollierte Erstarrung“, so der VBE-Bundesvorsitzende. „Wir brauchen endlich eine Reform der Lehrerbildung in gesamtstaatlicher Verantwortung, damit die Lehrerbildung als eigene Disziplin an den Universitäten etabliert wird und die eigentliche Berufswissenschaft (Pädagogik, Psychologie, Didaktik) eine zentrale Rolle erhält.“ Eckinger zeigt sich erfreut über die Ankündigung des neuen KMK-Präsidenten, die Exzellenzinitiative speziell auch auf die Lehre und die Lehrerbildung auszurichten. „Der VBE hat mehrfach betont, dass Lehrerbildung und Spitzenlehre kein Widerspruch sind“, bekräftigt Eckinger. „Es wäre ein nachhaltiger Impuls zur Entwicklung einer renommierten Berufswissenschaft, wenn sich die Lehrerbildung in Deutschland dem Anspruch der Exzellenz stellen würde.“


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