KMK verfällt in blanke Testeritis

Als „blanke Testeritis ohne ernsthaften wissenschaftlichen Hintergrund“ bezeichnet der Bundesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) Ludwig Eckinger die jüngste PISA-Sonderuntersuchung über Kompetenzzuwächse innerhalb eines Schuljahres.

17.11.2006 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung e.V. (VBE)

„Statt sich auf läppischen Nebenschauplätzen zu verirren, sollte die Kultusministerkonferenz (KMK) sich endlich auf das absolute Muss konzentrieren: Die Bundesrepublik braucht eine nationale Bildungsstrategie, damit aus Deutschland wieder ein anerkannter Bildungsstandort wird. Bund und Länder stehen in der Pflicht“, so Eckinger. „Es ist erschreckend, dass solche gravierenden Aufgaben auf die lange Bank geschoben werden und die Öffentlichkeit dafür mit ungenießbaren Häppchen abgespeist werden soll. Die Hausaufgaben der KMK stehen in der gemeinsamen Erklärung zum Fördern und Fordern, die von KMK und allen Lehrerorganisationen am 19. Oktober unterzeichnet wurde.“

Eckinger erinnert daran, dass die Kultusminister sich darin verpflichten würden, nicht zuzulassen, Gelder wegen Schülerrückgangs aus dem Bildungssystem abziehen zu lassen. „Der VBE wird darauf pochen, dass die vereinbarte Offensive für Qualität und Chancengleichheit durch die notwendigen Rahmenbedingungen gesichert wird“, bekräftigt Eckinger.

Der VBE-Bundesvorsitzende warnt die KMK, das Markenzeichen PISA nicht weiter zu beschädigen. „PISA 2000 war für Deutschland eine Initialzündung“, betont Eckinger. „Der VBE sah darin von Anfang an eine Ermutigung, Bildung wieder deutlich aufzuwerten. Nach der Föderalismusreform ist von Länderseite die großspurig angekündigte gesamtstaatliche Verantwortung für Bildung leider nicht erkennbar.“


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