Elternarbeit

Kompass für die Zusammenarbeit von Schule und Elternhaus

(red/pm) "Qualitätsmerkmale schulischer Elternarbeit" heißt eine neue Publikation der Vodafone Stiftung Deutschland. Die Handreichung wurde gemeinsam mit einer wissenschaftlichen Expertenkommission sowie Vertretern der Bildungspraxis und der Kultusministerien der Länder entwickelt.

10.04.2013 Artikel

Mit der Broschüre sollen die Schulleitungen, Kultusministerien und Eltern Empfehlungen für gute Elternarbeit in der Praxis erhalten. Zur Frage der Implementierung steht die Stiftung derzeit in Gesprächen mit der Kultusministerkonferenz. "Gute Bildung braucht ein verantwortliches Miteinander von Schule, Eltern und Zivilgesellschaft. Eine erfolgreiche Schulbildung ist deshalb auf die verlässliche Mitwirkung des Elternhauses angewiesen. Vielfach gibt es dafür auch schon gute Beispiele. Gelingende Elternarbeit wird dort als ein Schatz für mehr Bildungsqualität und Bildungserfolg wahrgenommen. Darum begrüße ich den vorgelegten Kompass für schulische Elternarbeit. Er ist ein wichtiges, praxisorientiertes Unterstützungsinstrument für den Schulalltag", sagt Stephan Dorgerloh, Präsident der Kultusministerkonferenz und Kultusminister Sachsen-Anhalts.

Die Merkmale setzen sich aus Leitbildern, Maßnahmen und nachahmenswerten Beispielen zusammen, die eine anregende Hilfestellung für eine Umsetzung und Implementierung in den Schulalltag geben. Das Qualitätsmerkmal A beschreibt die Entwicklung einer Willkommens- und Begegnungskultur in der Schule. Alle Eltern sollen sich als Teil der Schulgemeinschaft wohl und wertgeschätzt fühlen. Dies ist bereits mit relativ wenig Aufwand, etwa durch Wegweiser in unterschiedlichen Sprachen, durch Mentoren- oder Patenfamilien-Modelle möglich.

Ein weiterer bedeutender Baustein gelingender Elternarbeit ist, so die Experten, eine möglichst vielfältige und respektvolle Kommunikation. Gemeint sind ein regelmäßiger und anlassunabhängiger Informationsaustausch und die Nutzung vielfältiger Kommunikationswege und -formen. Empfohlen werden hier etwa ein Elternhandbuch, eine verbindliche Informationsversorgung über Schul-Website und E-Mail-Verteiler, ein mehrsprachiges Informationsangebot oder Workshops zur Kommunikationskompetenz.

Ein anderes Qualitätsmerkmal umschreibt eine Erziehungs- und Bildungskooperation, bei der Eltern, Lehrkräfte und SchülerInnen gemeinsam am Erziehungs- und Bildungserfolg arbeiten und sich über Lernziele und -inhalte abstimmen. Beispielhaft werden hier gemeinsame Lernverträge und Bildungslotsen sowie Eltern-Mentoren angeführt.

Ein weiteres Qualitätsmerkmal ist die gelingende Partizipation der Eltern. Gewährleistet werden soll eine kollektive Mitbestimmung und Mitwirkung der Elternschaft bei Entscheidungen über das Schulleben und Unterrichtsgeschehen. Dazu zählen zum Beispiel die frühzeitige und umfassende Information über das Mitbestimmungsrecht der Eltern in den Schulen, eine enge Zusammenarbeit zwischen Eltern- und Schüler-Vertretung sowie die Kooperation mit Migrantenvereinen und anderen externen Netzwerken und Institutionen.

Die Qualitätsmerkmale basieren auf den Empfehlungen einer wissenschaftlichen Expertenkommission. Deren Mitglieder sind: Prof. em. Dr. Dr. Werner Sacher (Universität Nürnberg-Erlangen), Prof. Dr. Anne Sliwka (Pädagogische Hochschule Heidelberg), Prof. Dr. Sigrid Tschöpe-Scheffler (Fachhochschule Köln), Prof. Dr. Sabine Walper (Forschungsdirektorin am Deutschen Jugendinstitut) sowie Prof. Dr. Elke Wild (Universität Bielefeld).

"Qualitätsmerkmale schulischer Elternarbeit" (pdf)


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