GEW Schleswig-Holstein

Konkrete Verbesserungen sind angesagt - keine ministeriellen Trostpflaster

Morgen (21.02.2014) steht der Bericht der Landesregierung zu den gesundheitlichen Belastungen von Schülerinnen und Schülern und Lehrkräften in Schleswig-Holstein (Drucksache 18/1517) auf der Tagesordnung im Landtag.

20.02.2014 Pressemeldung GEW Schleswig-Holstein

13 Seiten umfasst der Bericht: Von A wie "Atmung und Stimme" bis S wie "Salutogenese". Die belastendsten Probleme der Lehrkräfte wie Zeitmangel (87 Prozent), zu große Klassen (65 Prozent) und zu viele Pflichtstunden (63 Prozent)* blendet der Bericht aus. Für die Bildungsgewerkschaft GEW ist jedoch klar: Ohne kleinere Klassen und Arbeitszeitverkürzung wird es mit der Gesundheit der Lehrerinnen und Lehrer nicht wirklich besser werden.

"Alles gut. Alles schön. Alles prima. Alles gesund. Lehrerinnen und Lehrer von morgens bis abends von einer fürsorgenden Landesregierung umsorgt. Wer den Bericht liest, könnte glauben: Bei den Schulen handelt es sich um eine besondere Art von Wellness-Landschaften. Aber die Realität sieht anders aus", sagte der GEW-Landesvorsitzende Matthias Heidn am Donnerstag, 20. Februar 2014 in Kiel. Immer mehr Lehrerinnen und Lehrer klagten über zunehmende gesundheitliche Belastungen, zum Beispiel durch Inklusion, Vertretungsunterricht, Lärm sowie aggressives Schülerverhalten. Diese Belastungsfaktoren stünden unzweideutig in engem Zusammenhang mit den schlechten Arbeitsbedingungen, ergänzte er. Als Folge wachse nach Beobachtungen der GEW die Zahl von Erkrankungen mit psychosomatischem Hintergrund. Wirksame Maßnahmen zur Belastungssenkung am Arbeitsplatz Schule hätten die jeweiligen Landesregierungen bisher kaum ergriffen.

Der GEW-Landesvorsitzende wiederholte die langjährige GEW-Forderung nach Offenlegung der Fehlzeiten von Lehrkräften aus gesundheitlichen Gründen. Wie könne es angehen, dass es im Bericht heiße: "Krankheitsbedingte Fehlzeiten von Lehrkräften werden dezentral in den Schulen und von den Schulämtern bei schulamtsgebundenen Schulen festgehalten.", das Bildungsministerium sich aber bisher weigere, dieses Zahlen zu veröffentlichen?", fragte Matthias Heidn.

"Die Landesregierung arbeitet bereits seit Jahren …an Maßnahmen zur Verbesserung und Reduzierung der Belastungssituation von Lehrkräften", heißt es weiterhin im Bericht. "Indem sie wie die Vorgängerregierung die Arbeitszeit verlängert oder wie die jetzige rigoros Stellen streicht und für neue Aufgaben wie zum Beispiel Inklusion keine ausreichenden personellen Ressourcen zur Verfügung stellt, möchte man ergänzen", sagte Matthias Heidn. "Wir brauchen für die Gesundheit der Lehrerinnen und Lehrer keine ministeriellen Trostpflaster, sondern endlich konkrete Schritte zu besseren Arbeitsbedingungen."

*Die Zahlen stammen aus einer Befragung von GEW-Mitgliedern an Schulen, die im Oktober 2013 von der Firma UMG für die GEW durchgeführt wurde.

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