Konsequenzen aus dem PISA-Ländervergleich

Die Sitzenbleiberquote soll in den nächsten Jahren halbiert und die individuelle Förderung der Schülerinnen verdoppelt werden. Das schlägt die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) als eine Konsequenz aus den am Donnerstag vorgestellten Teilergebnissen des PISA-Länderberichts vor. "Sitzen bleiben ist nicht nur pädagogisch fragwürdig, weil damit dem einzelnen Kind nur wenig geholfen wird, sondern auch teuer. Wir schlagen vor, dass sich die Schulen das Ziel setzen, in einem Zeitraum von fünf Jahren die Sitzenbleiberquote zu halbieren", sagte am Freitag in Stuttgart Rainer Dahlem, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

15.07.2005 Baden-Württemberg Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

In den 2.722 Grund- und Hauptschulen in Baden-Württemberg gab es im Schuljahr 2003/04 für die 665.601 Schüler/innen nur 7.120 Wochenstunden für Stütz- und Förderunterricht. "Das entspricht knapp 30 Sekunden Förderunterricht für jede Schülerin und jeden Schüler. Dieses Beispiel zeigt, dass wir dringend einen Ausbau der individuellen Förderung vor allem in den Grundschulen brauchen. Kein Kind darf zurückgelassen werden", so Dahlem.

Das Statistische Bundesamt hat errechnet, dass die 25.189 Sitzenbleiber in Baden-Württemberg im Schuljahr 2003/04 Gesamtkosten in Höhe von 123 Millionen Euro verursachten. In Baden-Württemberg mussten 2,1 Prozent der Schüler/innen eine Klasse wiederholen. Bundesweit hat der Südwesten die zweitniedrigste Sitzenbleiberquote.

Weitere Informationen zu PISA 2003: www.gew-bw.de

Ansprechpartner

GEW Baden-Württemberg

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