Kultusminister Olbertz zum bildungspolitischen Diskussionspapier der SPD: Viele Übereinstimmungen

Kultusminister Olbertz hat das bildungspolitische Diskussionspapier der SPD nach einer ersten Lektüre im Grundsatz begrüßt. "Insbesondere in der Hochschul- und Wissenschaftspolitik hat die SPD den Reformfaden der Landesregierung aufgegriffen und sich von vielen qualitativen Ansprüchen der Neuplanung der Hochschulstrukturen in Sachsen-Anhalt inspirieren lassen", so Kultusminister Olbertz.

25.04.2005 Sachsen-Anhalt Pressemeldung Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt

Auch dass in der Schulpolitik die Fortsetzung innerer Reformen offensichtlich vor übereilte Strukturänderungen gestellt werden, sei ausdrücklich zu begrüßen. "Allerdings münden weder die Überlegungen zu einer Verbesserung des Unterrichts noch die Sorge um ein hinreichend dichtes Schulnetz zwangsläufig in die vorgeschlagene allgemein bildende Oberschule ein", sagte der Kultusminister. Erst eine sachliche Bewertung der mittelfristigen Effekte aus den vielfältigen Initiativen der Landesregierung zur Qualitätsverbesserung der schulischen Arbeit könne Grundlage für eine ergebnisoffene Diskussion der Bildungsgänge und Schulformen sein. Die Überbetonung der Schulstrukturen habe seit den 70er Jahren die Entwicklung und Modernisierung der Schulen immer wieder zurückgeworfen.

"Strukturveränderungen können nur durch Modernisierungen des Schulbetriebs im Innern, vor allem durch Qualitätsverbesserungen im Unterrichts- und Erziehungsgeschehen, und durch eine nachhaltige Förderung aller Schülerinnen und Schüler legitimiert werden". In dieser Hinsicht bleibe das Papier einige Begründungen schuldig. Andererseits enthalte es einige für die SPD erstaunliche Gesichtspunkte, wie z. B. die ausdrückliche Nennung der Hochbegabtenförderung oder die Aufgeschlossenheit für die mittelfristige Einführung von Studiengebühren.

Da bei allen Fragen der Schulentwicklung auch die demografische Situation in Sachsen-Anhalt eine wichtige Rolle spiele, werde er morgen dem Kabinett eine Reihe von Vorschlägen zur Schulnetzplanung unterbreiten, so Olbertz.

"Ich verstehe das SPD-Papier in seiner Gesamtheit als ein Diskussionsangebot, das an zahlreiche Impulse der Landesregierung in der Bildungs- und Wissenschaftspolitik anknüpft und sie weiterdenkt", erklärte der Kultusminister. Er werde dieses Gesprächsangebot gern annehmen. Im Kultusministerium liefen die Vorbereitungen für ein "Podium Bildung" auf Hochtouren, und auch der für den 30. September geplante Bildungskongress könne hier eine gute Plattform für den Dialog über das "Bildungsland Sachsen-Anhalt" sein.


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