Demokratiebildung

Kultusministerin will politische Bildung an Schulen stärken

Sachsen will die politische Bildung an Schulen weiter verbessern. Ein von Kultusministerin Brunhild Kurth eingesetztes Expertengremium hat dazu das Handlungskonzept „W wie Werte“ mit 31 Empfehlungen erarbeitet.

25.09.2017 Sachsen Pressemeldung Sächsisches Staatsministerium für Kultus
  • © www.pixabay.de

„Ich begrüße einen großen Teil der Vorschläge des Expertengremiums ausdrücklich. Die Empfehlungen sind sehr gut geeignet, die Demokratiebildung an unseren Schulen zu stärken. Wir werden viele der Maßnahmen zeitnah umsetzen“, sagte Kultusministerin Brunhild Kurth.

So sollen unter anderem Lehrkräfte verpflichtend und unabhängig von ihrer Fächerkombination in Fortbildungen geschult werden, wie Ansätze von Demokratieentwicklung im Unterrichts- und Schulalltag einbezogen werden können. Weiterhin sollen Schüler mehr Mitwirkungsrechte bei zentralen schulischen Entscheidungen und Verhaltensregeln erhalten. Außerdem wird für angehende Lehrer sowie  für Seiteneinsteiger, unabhängig von den Fächern, die sie vertreten, und auch für Schulsozialarbeiter ein modulares Angebot mit dem Titel „Demokratische Schulkultur“ bereitgestellt, das obligatorisch in die Ausbildung integriert ist. Aufgegriffen wird auch der Vorschlag, die Ergebnisse aus dem Modellprojekt „Starke Lehrer – starke Schüler“ nicht nur an den beteiligten Schulen, sondern möglichst flächendeckend an allen berufsbildenden Schulen einzusetzen. Das Projekt wendet sich gegen Rechtsextremismus an berufsbildenden Schulen.

Zu einigen Empfehlungen konnte noch keine endgültige Entscheidung getroffen werden. Dazu zählt unter anderem der Vorschlag, das Fach Gemeinschaftskunde zu stärken und an den Oberschulen und Gymnasien bereits in der Klassenstufe 7 einzuführen.

„Diesen Vorschlag kann ich sehr gut nachvollziehen. Die Empfehlung wird im Rahmen der ohnehin geplanten Überarbeitung der Lehrpläne und Anpassung der Stundentafeln ernsthaft geprüft. Klar muss aber auch sein, dass zusätzliche Unterrichtsstunden im Fach Gemeinschaftskunde durch Kürzungen in anderen Unterrichtsfächern mindestens kompensiert werden müssen. Denn Ziel der Überarbeitung der Lehrpläne und Stundentafeln ist eine geringere Unterrichtsbelastung für die Schülerinnen und Schüler und kein zusätzlicher Unterrichtsstress“, betonte Kurth.

Einige Empfehlungen können zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht umgesetzt werden, machte die Kultusministerin deutlich. „So verständlich der Wunsch nach einer Klassenleiterstunde auch ist, diese Maßnahme würde auf Kosten der Unterrichtsversorgung gehen. Das können wir uns in der jetzigen Situation nicht leisten“.

Detaillierte Informationen zu allen 31 Handlungsempfehlungen und deren Umsetzung sind im SMK-Blog unter www.bildung.sachsen.de/blog zu finden. Informationen zu den Mitgliedern des Expertengremiums, welches das Handlungskonzept „W-Werte“ erarbeitet hat, sind ebenfalls im SMK-Blog unter www.bildung.sachsen.de/blog/index.php/2017/01/18/kurth-beruft-expertengremium-fuer-politische-bildung verfügbar.


Mehr zum Thema


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden