Umfrage

Kultusministerium startet Lehrerbefragung zur Fortbildung

Für die angekündigte inhaltliche und strukturelle Weiterentwicklung bei der Lehrerfortbildung setzt das Kultusministerium auch auf die Meinung der circa 117.000 Lehrerinnen und Lehrer der öffentlichen Schulen in Baden-Württemberg.

25.04.2017 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg
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Bis zum 8. Mai 2017 haben alle Lehrkräfte die Möglichkeit, an einer Online-Befragung teilzunehmen. In einem Schreiben, das am Montag an die knapp 3.900 öffentlichen Schulen in Baden-Württemberg ging, bittet Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann die Lehrerinnen und Lehrer, sich an diesem Weiterentwicklungsprozess zu beteiligen. Die Bildungsforschung weise schon lange auf den Zusammenhang der Lehrerfortbildung und der Unterrichtsqualität hin, so die Ministerin. Doch für eine Neuausrichtung sei eine gründliche und systematische Bedarfsanalyse notwendig. „Für die Bedarfsanalyse ist uns wichtig, die Kompetenz und Einschätzung derer zu erfahren, für die wir das Angebot machen. Deshalb hoffen wir auf eine breite Teilnahme bei der Umfrage“, sagt Eisenmann.

Durch ihre Teilnahme können die Lehrkräfte dazu beitragen, die Lehrkräftefortbildung zu verbessern. Den Fragenbogen hierzu hat das Kultusministerium gemeinsam mit den Hauptpersonalräten entwickelt. Gefragt werden die Lehrerinnen und Lehrer unter anderem nach ihren inhaltlichen Wünschen in der Lehrerfortbildung, aber auch nach Beweggründen für eine Teilnahme sowie nach der Häufigkeit der besuchten Veranstaltungen. Wichtige Anhaltspunkte für die Befragung haben im Vorfeld die Ergebnisse einer Längsschnittstudie zur Wirksamkeit und Nachhaltigkeit von Lehrerfortbildungen geliefert, die die Pädagogische Hochschule Freiburg im Auftrag des Kultusministeriums von 2010 bis 2014 durchgeführt hat.

Seit der Veröffentlichung des IQB-Bildungstrends im Oktober 2016 setzt sich das Kultusministerium mit den Befunden auseinander, mit dem Ziel, geeignete Maßnahmen zu entwickeln, um die Leistungsfähigkeit und Qualität des Schulsystems zu verbessern. Als eine wichtige Stellschraube haben sowohl Schulpraktiker als auch Experten aus der Bildungsforschung die Lehrkräftefortbildung erkannt. „Für gute Schülerleistungen ist die Unterrichtsqualität entscheidend. Deshalb werden wir unsere Fortbildungen gezielt auf die qualitative Stärkung des Unterrichts ausrichten und uns fragen, ob wir bislang die richtigen Inhalte vermittelt haben. Außerdem müssen wir auch unsere eigenen Strukturen in der Schulverwaltung kritisch ansehen“, sagt Eisenmann.

Die Ursachen für den Abwärtstrend Baden-Württembergs seit dem IQB-Ländervergleich 2009 sind vielfältig, deshalb müssen Maßnahmen an mehreren Punkten ansetzen und gut aufeinander abgestimmt sein. Die Online-Befragung der Lehrkräfte ist deshalb ein zentraler Schritt. Diesem Schritt seien, so Eisenmann, zahlreiche öffentliche und interne Veranstaltungen und Beratungen mit dem IQB, mit Bildungsforschern und Experten aus Baden-Württemberg und anderen Ländern vorausgegangen. „Wir suchen seit Monaten eine intensive Auseinandersetzung mit allen unseren Partnern im Bildungswesen, um gemeinsam zu überlegen, wie wir die Qualität unseres Schulsystems verbessern können“, betont die Ministerin. Dieser Prozess soll zu einem abgewogenen Vorschlag über Inhalte und Strukturen führen. Das Kultusministerium arbeite derzeit an einer Weiterentwicklung und Neustrukturierung bei der Lehrerfortbildung sowie an der Einführung eines strategischen Bildungsmonitorings. Noch vor der Sommerpause möchte die Ministerin hierzu erste strukturelle Überlegungen vorstellen. Eisenmann hat sich in diesem Zusammenhang auch mit Experten und Praktikern aus anderen Bundesländern beraten – wie beispielsweise Hamburg und Schleswig-Holstein.


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Ein Kommentar vorhanden

  • Hans Joss 25.04.2017 18:33 Uhr
    Nach meiner Erfahrung erfolgversprechender Ansatz: Fortbildung als gemeinsames Suchen nach Antworten auf alltagsbezogene Fragestellungen. Selbstkritische Bestandesaufnahme im Rahmen einer Schule, aus den Ergebnissen gemeinsame Weiterentwicklungen ableiten und erarbeiten. Konzept: 'Praticien-chercheur/Praticienn-chercheuse'. Lehrpersonen als Berufsleute, welche berufliche Kompetenzen weiter entwickeln können.
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