Lehrermangel: Physiklehrer rar wie Eisbären in der Wüste

"Die Zahlen belegen eindeutig: Unsere schon lange geäußerten Befürchtungen bewahrheiten sich. Schleswig-Holstein steuert auf einen dramatischen Lehrermangel zu. Physiklehrerinnen und –lehrer sind unter den Bewerbern schon jetzt so selten wie Eisbären in der Wüste", sagte Matthias Heidn, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) zur Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen zum Thema "Lehrerversorgung" [(Drs. 16/2605)](http://www.landtag.ltsh.de/infothek/wahl16/drucks/2600/drucksache-16-2605.pdf).

12.05.2009 Pressemeldung GEW Schleswig-Holstein

Der GEW-Landesvorsitzende forderte die Bildungsministerin auf, endlich auf den Lehrermangel zu reagieren. "Um den Beruf der Lehrerin und des Lehrers attraktiver zu machen, brauchen wir bessere Bedingungen in den Schulen. Dazu gehören niedrigere Lehrverpflichtungen und kleinere Klassen."

Matthias Heidn plädierte dafür, kurzfristig die Zahl der Stellen für Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter anzuheben. Viele Hochschulabsolventen müssten unnötig lange warten, bis sie mit dem Referendariat beginnen könnten, so Matthias Heidn. Mehr Stellen für Lehramtsanwärterinnen und –anwärter könnten dieses Nadelöhr beseitigen. Um den Mangel beispielsweise in Physik und Mathematik zu beheben, sollten in verstärktem Maße Lehrkräfte anderer Fächer für Physik und Mathematik nachqualifiziert werden.

Matthias Heidn unterstützte den Vorschlag der Grünen, die Lehrinhalte für die Lehrerausbildung in den naturwissenschaftlichen Fächern an den Universitäten zu überprüfen. "Ich stimme Karl-Martin Hentschel zu. Es ist absolut unmöglich, dass bis zu drei Viertel aller Studierenden in Mathematik und Physik in den ersten Semestern durch Inhalte und Lehrkörper so abgeschreckt werden, dass sie das Studium abbrechen."

Ansprechpartner

GEW Schleswig-Holstein

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