Unterrichtsausfall

Lehrermangel und kleine Schulen: Nicht streiten, machen!

Der innerhalb der Koalition entbrannte Streit um die Zukunft der kleinen Schulen, von dem heute in der TLZ berichtet wurde, erfüllt Rolf Busch, den Landesvorsitzenden des tlv thüringer lehrerverband, mit Entsetzen.

06.01.2017 Thüringen Pressemeldung thüringer lehrerverband
  • © www.pixabay.de

„An allen Ecken und Enden brodelt es. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis uns dieses Konstrukt um die Ohren fliegt.“ Aber anstatt endlich nach Lösungen für die immer deutlicher zutage tretenden Probleme zu suchen, würden wieder Maßnahmen ins Spiel gebracht, die die Situation der Betroffenen nur noch weiter zuspitzen.

Vor allem für die Vorschläge von Torsten Wolf, bildungspolitischer Sprecher der Linken, zeigt Busch wenig Verständnis: „Wenn ich höre, was Herr Wolf zum Thema zu sagen hat, dann frage ich mich ernsthaft, was er als jahrelanger Vorsitzender einer anderen Thüringer Lehrer-Interessenvertretung gemacht hat. Jeder, der halbwegs offenen Auges durch unsere Schulen geht, sieht doch auf den ersten Blick, wo es überall klemmt.“ Noch immer, so Busch, falle viel zu viel Unterricht aus - „auch wenn durch das Festhalten der Kultusministerin an diesem unsäglichen Erweiterten Monitoring nur ein Bruchteil der ausgefallenen Stunden überhaupt in den Statistiken erfasst wird.“ Die im Koalitionsvertrag festgesetzte Zahl von 500 eingestellten Lehrern pro Jahr sei „von Anfang an nicht mit dem realen Bedarf kompatibel“ gewesen. Maßnahmen wie die von Ministerpräsident Ramelow genannte Ausdünnung des Schulnetzes in den ländlichen Gebieten würden das Problem nicht lösen, sondern „allenfalls die Statistiken vorübergehend etwas beschönigen“.

Nötig sei jetzt ein Befreiungsschlag auf ganzer Linie. Die erneut verschobene Wiedereinführung der Verbeamtung sei dabei einer von vielen wichtigen Schritten – aber sie wäre ein guter Anfang und ein deutliches Signal. „Wir brauchen endlich Lösungen. Die Situation wird von Woche zu Woche dramatischer. Es gibt schon komplette Grundschulen, in denen nur noch ein Notprogramm läuft.“ Dass jetzt nicht einmal mehr die Koalition sich in bildungspolitischen Fragen einig sei, sieht Busch als ein ernstes Alarmzeichen. „Wenn hier nicht bald etwas passiert, sieht die bildungspolitische Zukunft Thüringens sehr düster aus.“


Mehr zum Thema


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden