Abitur

Mehr Vertiefung auf dem Weg zur allgemeinen Hochschulreife

Zwei Vertiefungsfächer in der Qualifikationsphase und mehr Wahlmöglichkeiten beim Abitur – das sollen aus Sicht des Bayerischen Philologenverbands (bpv) die zentralen Neuerungen bei der G9-Oberstufe werden.

30.11.2018 Bayern Pressemeldung Bayerischer Philologenverband (bpv)
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Auf seiner Hauptversammlung in Deggendorf hat der Verband, der die Lehrkräfte an Gymnasien und Beruflichen Oberschulen vertritt, ein entsprechendes Eckpunktepapier verabschiedet. Das wissenschaftspropädeutische Arbeiten soll wesentlicher Bestandteil der neuen Oberstufe bleiben.

Zwei fünfstündige Vertiefungsfächer

Kern des Konzepts sind zwei wählbare Vertiefungsfächer, die jeder Oberstufenschüler mit fünf Wochenstunden belegt und in denen er eine schriftliche Abiturprüfung ablegt. Michael Schwägerl, der Vorsitzende des bpv, erklärt: „Wir haben jetzt die Chance, die Oberstufe auf die Herausforderungen der Zukunft auszurichten. Im Sinne einer gezielten individuellen Orientierung nehmen die Schüler eine Schwerpunktsetzung vor. Sie entscheiden sich bewusst nach ihren Interessen und Stärken, werden dort dann aber auch stärker gefordert, im Unterricht und bei der Abiturprüfung. Alle Fächer sind gleichberechtigt und vertiefbar.“

Damit die Zielsetzungen von Vertiefung und Einheitlichkeit erreicht werden, soll die grundsätzliche freie Wahl der Vertiefungs- und Abiturfächer festgelegten Rahmenbedingungen folgen: Unter anderem muss mindestens eines Deutsch, Mathematik, eine Fremdsprache oder eine Naturwissenschaft sein. Es ergeben sich also viele, aber nicht beliebig viele Kombinationsmöglichkeiten an den einzelnen Schulen.

Fünf-Fächer-Abitur

Damit muss es auch Neuerungen bei der Abiturprüfung geben: Neben den beiden Vertiefungsfächern sollen die Abiturienten noch eine weitere schriftliche und zwei mündliche Prüfungen ablegen. Dabei soll die „3-aus-4-Regel“ angewandt werden: Aus Deutsch, Mathematik, den Fremdsprachen und den Naturwissenschaften werden drei im Abitur geprüft. Auch ein Fach aus dem gesellschaftswissenschaftlichen Bereich, zum Beispiel Politik und Gesellschaft oder Geographie, muss als Abiturfach gewählt werden. „Mit unserem Konzept tragen wir dem Wunsch nach mehr Profilierung bei fortbestehender Vergleichbarkeit Rechnung. Deutsch und Mathematik als für alle verpflichtende schriftliche Abiturfächer widersprechen diesem Wunsch. Gleichzeitig schaffen wir durch die festen Rahmenbedingungen beim Abitur eine inhaltliche Breite, die dem Abitur als allgemeiner Hochschulreife gerecht wird. Unser Konzept entspricht damit auch den Vorgaben der Kultusministerkonferenz“, erläutert Schwägerl.

Der Bildungsbeirat des bpv und mehrere Arbeitsgruppen, bestehend aus Schulleitern, Oberstufenkoordinatoren und Fachlehrern, haben das Konzept entwickelt und die KMK-Vorgaben einerseits, wie auch organisatorische Gegebenheiten andererseits berücksichtigt. Die Eckpunkte wurden auf der Hauptversammlung in Deggendorf von den Delegierten aus ganz Bayern beschlossen und werden nun dem Ministerium vorgelegt.


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