Gesetzesentwurf

Minimal-Kosmetik statt wirklicher Verbesserungen

Keine wesentlichen Verbesserungen - So lautet das Urteil der GEW zu den Veränderungsvorschlägen der Regierungsfraktionen zum Lehrkräftebildungsgesetz, die heute im Bildungsausschuss beraten werden sollen. Wie auch? Bleibt der Gesetzesentwurf doch weitestgehend unverändert. Nur bei der Besoldung von Schulleitungen an Förderzentren werden Verschlechterungen zurückgenommen.

14.01.2016 Pressemeldung GEW Schleswig-Holstein
  • © Ulf Stephan, Arbeiterfotografie Kiel

"Es bleibt aber dabei: Der Gesetzentwurf ist immer noch zutiefst ungerecht, weil das rot-grün-blaue Bündnis Grundschullehrkräfte weiterhin auf Dauer schlechter bezahlen will als die Lehrkräfte an anderen Schularten. Die Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer an den Grundschulen ist der Koalition eine Besoldungsstufe weniger wert – immerhin 350 bis 450 Euro im Monat. Keine Spur vom Grundsatz "Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit", den die Regierungsparteien sonst doch immer so gerne hochhalten", sagte die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke in Kiel. Noch nicht einmal konkrete Stufenpläne für eine gleiche Besoldung strebten die Regierungsparteien an, obwohl die Grundschullehrerinnen und Grundschullehrer eine gleichwertige und gleichlange Ausbildung absolvierten.

Angesichts dieses gravierenden Geburtsfehlers des Gesetzes verblasse der Fortschritt bei der Besoldung der neuen Gemeinschaftsschullehrkräfte, die zukünftig einheitlich in die Besoldungsgruppe A 13 eingruppiert würden, so die GEW-Landesvorsitzende. Unklar sei allerdings immer noch, wann die "alten" Lehrkräfte mit der Befähigung für Grund- und Hauptschulen, die an Gemeinschaftsschulen (früher Gesamtschulen) unterrichteten, in die Besoldungsgruppe A 13 aufsteigen könnten. Bisher sei die Rede von bis zu acht Jahren Wartezeit und dem Nachweis einer nicht näher definierten Fortbildung, obwohl die betroffenen Lehrkräfte teilweise seit Jahrzehnten erfolgreich unterrichteten.

Hintergrund
Es gibt keinen Unterschied bei der Dauer der Universitäts-Ausbildung der Lehrkräfte: alle absolvieren ein zehnsemestriges Studium und schließen mit einem Master ab, alle mit der gleichen Zahl von 300 Leistungspunkten. Ebenso ist der Vorbereitungsdienst auf 18 Monate für alle Lehrämter festgelegt und schließt mit dem 2. Staatsexamen ab.

Ansprechpartner

GEW Schleswig-Holstein

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