Minister Olbertz spricht über zentrale Leistungserhebungen an Schulen

Das Institut für deutsche Sprache und Kultur e.V. an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ist vom 14. - 16. Oktober 2004 Gastgeber der vierten internationalen Fachtagung "Sprachtests in der Diskussion" in der Lutherstadt Wittenberg. Das Tagungsprogramm sieht insgesamt 16 Vorträge mit anschließenden Diskussionen vor. Am 15. Oktober 2004 wird Kultusminister Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz ab 19.30 Uhr an der Wittenberger LEUCOREA (Collegienstraße 62) einen öffentlichen Vortrag zu dem Thema: "Zentrale Leistungserhebungen an allgemeinbildenden Schulen in Sachsen-Anhalt" halten.

14.10.2004 Sachsen-Anhalt Pressemeldung Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt

Im Kontext der aktuellen Diskussion über Bildungsstandards und Qualitätsentwicklung schulischer Arbeit wird der Minister in seinem Beitrag Grundgedanken zur Rolle aber auch zu den Grenzen zentraler Leistungserhebungen an Schulen darstellen. Konkret wird er einen Überblick über den aktuellen Stand des Einsatzes zentraler Leistungsbewertungen an den allgemein bildenden Schulen in Sachsen-Anhalt geben. Sachsen-Anhalt hat das Thema der schulischen Qualitätsentwicklung schon sehr frühzeitig aufgegriffen. Neben der Erarbeitung niveaubestimmender Aufgaben, die Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern sowie Eltern eine bessere Orientierung für die Entwicklung grundlegender Kompetenzen in den Kernfächern geben, wurden auch landesweite Leistungserhebungen wie Vergleichsarbeiten und zentrale Klassenarbeiten in Sachsen-Anhalt eingeführt. Zentrale Abschlussprüfungen und zentrale schriftliche Abiturprüfungen gehören schon lange zur guten Tradition in unserem Bundesland.

Ausgehend von den PISA-Ergebnissen lenkt Olbertz den Blick auf Entwicklungen in den USA, den Niederlanden und in skandinavischen Staaten. "Dort werden zentrale Leistungserhebungen auf der Basis von Bildungsstandards oder Kerncurricula seit einer Reihe von Jahren als Instrumente der Sicherung, Kontrolle und Entwicklung schulischer Arbeit erfolgreich genutzt" so Olbertz. Die Kultusministerkonferenz habe deshalb im Mai 2002 die Erarbeitung verbindlicher länderübergreifender Bildungsstandards und die regelmäßige Überprüfung der Standards durch landesweite Leistungserhebungen beschlossen. Diese würden bereits in den einzelnen Ländern implementiert.

"Es ist natürlich klar", betont Olbertz, "dass nicht alle Bildungs- und erst recht nicht alle Erziehungsprozesse und deren Ergebnisse mit standardisierten Testverfahren überprüfbar sind. Die Qualität schulischer Arbeit lässt sich nicht auf zentrale Leistungserhebungen und deren Ergebnisse reduzieren. Tests können aber in der Bildungsbiografie der Schülerinnen und Schüler sinnvoll genutzt werden, um den Standort zu bestimmen und von hier aus neue erreichbare Ziele ins Auge zu fassen."


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