Modellversuche zur Kooperation – Blockade beendet?

Die Bildungsgewerkschaft GEW begrüßt Meldungen, nach denen sich Kultusministerium und kommunale Spitzenverbände auf Modellversuche zur Kooperation von Haupt- und Realschulen geeinigt haben. Die GEW warnt allerdings vor Fusionen von Hauptschulen, bei denen auf Kosten der Kinder und Jugendlichen gespart wird. "Hauptschülerinnen und Hauptschüler brauchen einen wohnortnahen kontinuierlichen Bildungsgang von Klasse 5 bis 10", sagte am Dienstag (06.03.) in Stuttgart Rainer Dahlem, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

06.03.2007 Baden-Württemberg Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

Die GEW schlägt in einem Sofortprogramm für die Hauptschule unter anderem vor, den Klassenteiler zu senken, Hauptschulen vorrangig zu Ganztagsschulen auszubauen, Regionalschulen zuzulassen und Hauptschullehrer/innen wie die Pädagogen an den Realschulen zu bezahlen. "Unsere Hauptschulen sind keine schlechten Schulen, im Gegenteil. An den baden-württembergischen Hauptschulen wird unter sehr schwierigen Bedingungen von den Lehrerinnen und Lehrern eine überdurchschnittlich engagierte Arbeit geleistet. Aber nur noch 12 bis 18 Prozent der Lehramtsstudierenden wollen an die Hauptschule", so Dahlem.

Die Übertrittsquote von der Grund- auf die Hauptschule hat im Jahr 2006 einen historischen Tiefstand von 28 Prozent erreicht. Im Schuljahr 2005/06 besuchten 194.400 Schüler/innen die 1.202 Hauptschulen in Baden-Württemberg, im Schuljahr 2012/13 sollen es nur noch 163.670 sein. 687 Hauptschulen sind einzügig und haben nur noch eine Klasse pro Jahrgang. 309 Hauptschulen hatten in mindestens einer Klassenstufe sogar weniger als 16 Schüler/innen und unterschreiten damit die vom Kultusministerium vorgegebene Mindestschülerzahl. (Quellen: Stat. Landesamt, Landtagsdrucksachen)

Weitere Informationen: www.gew-bw.de

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GEW Baden-Württemberg

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