Bayern

Mopsaktion bayerischer Junglehrer schlägt Rekorde

Über 8000 Unterschriften für ABJ -Kampagne "Zukunftschancen gemopst" / Protest geht in die zweite Runde: Ab sofort Videoclip auf YouTube unter "Mopsvision" München - Mit derzeit über 8500 Unterschriften ist die Kampagne der Arbeitsgemein-schaft Bayerischer Junglehrer (ABJ) "Zukunftschancen gemopst - Gassi gehen als neue Herausforderung für arbeitslose Junglehrer" ein voller Erfolg. "Wir setzen Maß-stäbe", freuen sich die neue ABJ -Vorsitzende Evelyn Westphal und die Initiatorin der Kampagne, Anja Lanzendörfer.

07.10.2010 Pressemeldung Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.

Die überwältigende Beteiligung zeige, dass viele Men-schen diese Einstellungspolitik satt haben und auch nicht mehr nachvollziehen könn-ten. "Tausende examinierte Junglehrer stehen auf der Straße, obwohl an den Schulen Lehrer fehlen, Intensivierungs- und Förderstunden nicht stattfinden können und Un-terricht ausfällt. Das ist eine absurde Situation." Die ABJ -Kampagne wurde unmittelbar nach Bekanntgabe der Staatsnote im Juli gestartet. "Damals gab die Staatsregierung jungen Lehrern zu verstehen, dass sie nicht gebraucht werden, obwohl die Realität an den Schulen eine völlig andere ist", kritisierten Westphal und Lanzendörfer. Beide wollen noch vor Ende des Jahres die Unterschriften an den Bayerischen Landtag übergeben und sie legen noch nach: Ab sofort flankiert ein witziger Videoclip auf YouTube die Mopskampagne. Das Stichwort lautet Mopsvision.

"In diesem Jahr haben Dreiviertel der bayerischen Junglehrer, die das zweite Staatsexamen im Bereich Lehramt für die Grundschule abgelegt haben, keine Stelle bekommen", erinnerte Westphal. Die Alternativen mit einer für den Staatsdienst vorgesehenen Berufsausbildung seien ziemlich überschaubar: "Der drohenden Arbeitslosigkeit stehen die Annahme eines befristeten Arbeitsvertrages an einer Schule oder der Wechsel in die Privatwirtschaft gegenüber. Angesichts des boomenden Nachhilfewesens suchen hier viele verschmähte Junglehrer Zuflucht. Dass der Boom in diesem Bereich mit Versäumnissen in der Bildungspolitik zusammenhängt, ist zwar nicht beweisbar, liegt jedoch klar auf der Hand."

"Wir wehren uns", betonten Westphal und Lanzendörfer. Die "Mopsaktion" laufe noch bis Ende des Jahres. Mitmachen sei einfach: Die eigens in Facebook eingerichtete "Fanseite" ist unter der Schlagwortsuche "Bildung braucht Lehrer" zu finden. Hier können Informationen über die Kampagne eingeholt, Fragen gestellt und Diskussionen angeregt werden. Über einen Link gelangt man auf die Homepage www.mops.bllv.de. Dort kann die Petition eingesehen und mit einer Online-Unterschrift unterstützt werden. "Die Petition kann aber auch auf konventionellem Weg unterstützt werden: An vielen Schulen liegen seit dem Schuljahresbeginn Un-terschriftenlisten aus. Ende des Jahres - der genaue Termin steht noch nicht fest - werden die Unterschriften dem Bayerischen Landtag übergeben.

"Wir fordern darin die Schaffung neuer Planstellen in allen Schularten", erklärte die Initiatorin Anja Lanzendörfer. Ohne eine angemessene Zahl von Planstellen für Lehrkräfte könnten die zukünftigen Aufgaben im Bildungsbereich nicht erfolgreich bewältigt werden.

In der ABJ sind derzeit rund 12.000 junge Lehrer/innen organisiert. Sie gehört dem Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband, BLLV, an.


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