Gemeinschaftsschule

Nach 10 Jahren Schulreform wird es Zeit für eine Qualitätsüberprüfung

Die seit 2007 in Schleswig-Holstein in Gang gesetzten Schulstrukturreformen hin zu einem Zwei-Säulen-Modell haben aus Sicht der Interessenvertretung der Lehrkräfte in Schleswig-Holstein (IVL) vor allem an den Gemeinschaftsschulen erhebliche Verschleißerscheinungen beim Qualitätsstandard und bei den Lehrkräften hinterlassen.

03.01.2018 Schleswig-Holstein Pressemeldung Interessenvertretung der Lehrkräfte in Schleswig-Holstein
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„Deshalb kann es ein ,Laufenlassen’ nach unserer Auffassung nicht geben“, so die IVL-Landesvorsitzende Grete Rhenius, „das Versprechen nach einer besseren Bildung für alle bedarf einer Überprüfung.“

Die IVL begrüßt die Maßnahmen der Landesregierung, an den Grundschulen mehr vertiefenden Unterricht zu erteilen, das unsägliche „Schreiben nach Gehör“ zu untersagen und den Sprachwortschatz zu erhöhen. Dennoch ist es in der Lehrerschaft der Gemeinschaftsschulen im Lande unstrittig, dass das Niveau der ehemaligen Haupt- und Realschulen bei weitem nicht mehr erreicht wird, was u.a. auch von Arbeitgeberseite bestätigt wird.

„Alle Experimente, die an den Schulen durchgeführt wurden, müssen jetzt ernsthaft hinterfragt werden. Nur als Beispiele: Dazu gehören der Ressourcenfresser WPU, bei dem sich angehende Siebtklässler vierstündig pro Woche vier Jahre lang auf fragwürdige Inhalte wie ,Tatort Leben’ oder ,Du in deiner Welt’ festlegen müssen, oder auch das automatische Aufsteigen in die nächste Klassenstufe losgelöst vom Leistungsbild“, so Rhenius.

Unabhängig von Strukturveränderungen, die offensichtlich politisch gescheut werden, gibt es also Möglichkeiten, wieder mehr Klarheit und Qualität, die nebenbei die rare Ressource „Lehrkraft“ schont, in die Gemeinschaftsschule zu bringen.

Rhenius: „10 Jahre des Ausprobierens unter den Überschriften ,Längeres gemeinsames Lernen’ und ,Inklusion’ sind genug. Die Auswirkungen dieser bildungspolitischen Ausrufungen lassen sich bei der Arbeitszufriedenheit und der Lehrergesundheit an den Gemeinschaftsschulen ablesen. Da sind wir auf einem Tiefpunkt anglangt.“


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