Nationale Bildungsstrategie muss endlich her

"Deutschland braucht endlich eine nationale Bildungsstrategie", bekräftigt Ludwig Eckinger, der Bundesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), und weist auf die Vorstellung des 2. Nationalen Bildungsberichts in dieser Woche hin. "Bund und Länder sind keine Kontrahenten, die gegeneinander ihr Image aufpolieren sollen", so Eckinger. "Die derzeitige Situation ist ärgerlich. Von Bund- und Länderseite werden beinahe täglich irgendwelche Bälle auf das Spielfeld geworfen. Jeder hofft, die Einzelaktionen würden sich zu einem Ganzen fügen, nur ist die Bildung kein Spielfeld. Es ist höchste Zeit, nicht ständig die Idee des Föderalismus durch Partikularinteressen zu unterlaufen und sich stattdessen gesamtstaatlicher Verantwortung zu stellen", fordert der VBE-Bundesvorsitzende.

09.06.2008 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung e.V. (VBE)

"Gerade mit Blick auf die Föderalismusreform sind eine nationale Bildungsstrategie und bundesweit gültige Qualitätsstandards vom Kindergarten bis zur Hochschule nötig, damit die Länder ihre Verantwortung für Kultur und Bildung ausfüllen können", betont Ludwig Eckinger. "Die bestehende Ungleichverteilung von Bildungschancen abhängig von sozialer und ethnischer Herkunft darf nicht wie eine heiße Kartoffel hin- und hergeschoben werden. Gemeinsam muss angepackt werden." Eckinger erinnert daran, nach wie vor verfügten fast ein Viertel der 15-Jährigen kaum über Mindestkompetenzen beim Lesen und Rechnen und jeder zehnte Jugendliche verlasse die Schule ohne Abschluss. Auch sei immer noch die Durchlässigkeit im Schulsystem nach unten häufiger besetzt als nach oben. Zugleich sei die Zahl der Schulabgänger mit Hochschulreife international weit unterdurchschnittlich. "Der Wille, aus PISA konstruktive Veränderungen abzuleiten, darf nicht in einem Hickhack untergehen", warnt Eckinger.

Am 12. Juni wird in Berlin der 2. Nationale Bildungsbericht vorgestellt.


Mehr zum Thema


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden