Inklusion

Neue Möglichkeit für Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf

Das neue Schulgesetz macht es möglich: Erstmalig können Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf in den Förderschwerpunkten Lernen oder geistige Entwicklung ab dem neuen Schuljahr 2018/2019 eine Oberschule besuchen.

01.03.2018 Sachsen Pressemeldung Sächsisches Staatsministerium für Kultus
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Der Besuch einer Förderschule bleibt wie bisher aber auch möglich. Bis zum 7. März müssen Eltern ihre Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf an einer Förderschule oder Oberschule anmelden.

„Wir wollen weitere lernzieldifferente Angebote an Oberschulen eröffnen. Nur so erhalten Eltern für ihre Kinder eine wirkliche Wahl. Auch wenn nicht jede Oberschule ein solches Angebot vorhalten kann, unterstützen wir die  Schulgemeinschaften, die sich dieser Aufgabe stellen“, so Sachsens Kultusminister Christian Piwarz.

Bisher lernten Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf in den Förderschwerpunkten Lernen oder geistige Entwicklung immer an einer Förderschule. Mit dem neuen Schulgesetz hat der Gesetzgeber auch die sogenannte lernzieldifferente Inklusion an Oberschulen ermöglicht. Lernzieldifferent bedeutet, dass Schüler eine Oberschule besuchen können, auch wenn sie andere Abschlüsse als den Haupt- oder Realschulabschluss anstreben. Damit greift das Schulgesetz die Intentionen der UN-Behindertenrechtskonvention nach gleichberechtigter, aktiver Teilhabe von Schülerinnen und Schülern in einem inklusiven Schulsystem auf.

Über die Aufnahme von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf an der Oberschule entscheidet der Schulleiter. Dem voran geht eine Elternberatung, bei der Möglichkeiten für den weiteren Bildungsweg erörtert und mögliche Lernorte abgewogen werden. Voraussetzung für die Aufnahme von Inklusionsschülern ist, dass an der betreffenden Schule sowohl die personellen, sächlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen vorhanden sind. Das wird nicht bei allen Oberschulen der Fall sein.

Oberschulen aus dem Schulversuch ERINA sind in lernzieldifferenter Unterrichtung besonders erfahren, denn sie haben in fünf Jahren Schulversuch Modelle inklusiven Unterrichts unter wissenschaftlicher Begleitung erprobt. Diese ERINA-Oberschulen sind Vorreiter in Sachsen und sollen es bleiben.

Perspektivisch ist geplant über sogenannte Kooperationsverbünde für ganz Sachsen die notwendigen Voraussetzungen für schulische Inklusion zu schaffen. Die Kooperationsverbünde werden so gebildet, dass sie die Möglichkeit einer inklusiven Unterrichtung in allen Förderschwerpunkten mit zumutbaren Schulwegen vorhalten. Inklusive Angebote in allen Förderschwerpunkten an allen Schulstandorten sind nicht das Ziel.

In Sachsen hat sich der Anteil der Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die schulartübergreifend inklusiv unterrichtet werden, in den vergangenen zehn Jahren von 11,4 Prozent im Schuljahr 2006/07 auf  32,8 Prozent im Schuljahr 2016/17 erhöht und damit nahezu verdreifacht.


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