Pädagogische Saisonarbeiter abschaffen

Die Bildungsgewerkschaft GEW spricht sich dafür aus, die derzeit etwa 1000 bis 1500 befristeten Lehrerstellen wie in Nordrhein-Westfalen in feste Stellen umzuwandeln. "Eine Lehrkraft in ständiger Ungewissheit zu belassen, ob sie nach den Sommerferien wieder angestellt wird, bringt nur Unruhe in das Bildungssystem. Dies hat abschreckende Signalwirkung für künftige Bewerberjahrgänge und verschärft zusammen mit dem steigenden Lehrerbedarf die Situation in den kommenden Jahren", schreibt Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg, in einem Brief an Kultusminister Helmut Rau (CDU).

30.09.2008 Baden-Württemberg Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

Die östlichen Bundesländer haben die Praxis der befristeten Lehrereinstellungen von Beginn an nicht übernommen. Nordrhein-Westfalen ist 2007 davon abgerückt, Hessen will 2009 nachziehen. In Berlin droht dagegen die Einführung. Hier stattet das Land derzeit 3351 Kollegen mit Zeitverträgen aus. In Niedersachsen bleibt alles beim Alten: Mit Beginn der Sommerferien wurden dort wie im reichen Baden-Württemberg Lehrkräfte mit Zeitverträgen in die Arbeitslosigkeit geschickt und zu Schuljahresanfang teilweise wieder eingestellt.

Die fehlende Verlässlichkeit bezüglich des Beginns und der Dauer der befristeten Beschäftigung hat den Trend zum Wechsel in ein anderes Bundesland verstärkt – vor allem seitdem die Länder durch die Föderalis¬musreform I von 2006 selbst über die Höhe der Lehrergehälter entscheiden können. Länder werben Lehrkräfte ab, wodurch in Regionen mit schlechteren Arbeitsbedingungen bedrohliche Lücken in der Lehrerversorgung entstehen. Die Praxis der befristeten Beschäftigung veranlasst immer mehr junge Lehrer/innen, Baden-Württemberg zu verlassen. Besonders begehrt auf dem bundesweiten Lehrerarbeitsmarkt sind Berufsschul- sowie Gymnasiallehrerinnen und -lehrer, vorrangig in Mangelfächern wie Mathe, Chemie, Physik, Musik oder Latein.

Weitere Informationen: www.gew-bw.de

Ansprechpartner

GEW Baden-Württemberg

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