GEW Baden-Württemberg

Pädagogische Saisonarbeiter abschaffen

Jedes Jahr beginnen Ende Juli für etwa 2.000 Lehrer/innen in Baden-Württemberg nicht die Sommerferien, sondern sie gehen nach der Verabschiedung ihrer Schüler/innen zu den Arbeitsagenturen und werden zu Hartz IV-Empfängern. Etwa 2.000 befristet angestellte und für Krankheitsvertretungen eingesetzte Lehrkräfte werden jährlich zum Ferienbeginn von der Landesregierung entlassen, obwohl die meisten von ihnen im neuen Schuljahr wieder unterrichten werden.

13.05.2013 Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

"Diese meist jungen Lehrerinnen und Lehrer sind für die Schulen der Rettungsanker. Sie halten unter oft schwierigen Bedingungen und schlechter Bezahlung den Unterrichtsbetrieb in Baden-Württemberg aufrecht. Die meisten werden ab September wieder am Lehrerpult benötigt, aber werden trotzdem von der Landesregierung in die Arbeitslosigkeit geschickt. So geht kein guter Arbeitgeber mit seinen Fachkräften um. Auch die Schulleitungen hängen in der Luft, weil sie oft erst im September wissen, ob die Unterrichtsversorgung im neuen Schuljahr gesichert ist. Wir erwarten von Kultusminister Andreas Stoch (SPD) eine klare Zusage, dass diese Praxis gestoppt wird", sagte am Montag (13.05.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg.

Die Bildungsgewerkschaft GEW spricht sich dafür aus, die befristeten Lehrerstellen wie in vielen anderen Bundesländern in feste Stellen umzuwandeln und bis dahin zumindest die Sommerferien zu bezahlen. Die Praxis der befristeten Beschäftigung veranlasst auch immer mehr junge Lehrer/innen, Baden-Württemberg zu verlassen. Dadurch gelingt es immer weniger, den Ausfall von Lehrkräften zu kompensieren.

Grüne und SPD hatten diese Praxis der ehemaligen CDU/FDP-Landesregierung bis 2011 immer kritisiert und versprochen, die Bezahlung der pädagogischen Profis in den Sommerferien sicherzustellen.

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GEW Baden-Württemberg

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