Pflichterfüllung reicht nicht

Die Bildungsgewerkschaft GEW setzt sich dafür ein, dass die 17 Millionen Euro für Krankheitsvertretungen in den Schulen in feste Stellen umgewandelt werden. "Wir brauchen für die 5.000 Schulen in Baden-Württemberg etwa 6.000 Pädagoginnen und Pädagogen in der ständigen Lehrerreserve, damit kein Unterricht mehr ausfallen muss. Stattdessen haben wir nur 1.250 Stellen und die Landesregierung lässt hunderte von hier ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrern in andere Bundesländer abwandern. Die 4.700 in diesem Jahr nicht eingestellten Lehrkräfte sitzen nicht zuhause am Telefon und warten darauf, dass sie im Dezember eine befristete Krankheitsvertretung übernehmen können", sagte am Mittwoch (03.09.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

03.09.2008 Baden-Württemberg Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

Die GEW rechnet auch im Schuljahr 2008/09 wieder mit ähnlich hohem Unterrichtsausfall wie im vergangenen Jahr. An den Beruflichen Schulen fehlen bereits seit Jahren Lehrer/innen, auch viele Sonderschulen melden, dass der Pflichtbereich nur zu 90 Prozent abgedeckt ist, und an Realschulen kann teilweise nur der Pflichtunterricht gesichert werden, indem Lehrer/innen aus der Lehrerreserve für Krankheitsvertretungen eingesetzt werden. In den Grund- und Hauptschulen werden durch Schülerrückgang freiwerdende Lehrerstellen an die anderen weiterführenden Schulen verlagert, trotzdem haben vor allem die Realschulen und Gymnasien ab Montag wieder die vollsten Klassenzimmer im Land. "Pflichterfüllung alleine reicht nicht aus, um unsere Schulen besser zu machen und die individuelle Förderung der Kinder und Jugendlichen auszubauen", so Moritz.

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GEW Baden-Württemberg

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