PISA E: Miserables Zeugnis für Roland Koch

Als "miserables Zeugnis für die Politik von Ministerpräsident Koch" bezeichnete heute der Vorsitzende der GEW Hessen, Jochen Nagel, die vorgelegten Länderergebnisse der PISA-Studie. Vor sechs Jahren hatte Roland Koch erklärt, Hessen zum Bildungsland Nummer 1 machen zu wollen und jetzt dümpeln wir nach wie vor im Mittelfeld der deutschen Bundesländer und darunter. Und das, obwohl Deutschland auch im internationalen Vergleichen weit hinterher hinkt. "Die PISA E Ergebnisse sind eine schallende Ohrfeige für die hessische Bildungspolitik, eine Ohrfeige die die hessischen Schülerinnen und Schüler nicht verdient, die allerdings sie in erster Linie zu erleiden haben", so Nagel.

18.11.2008 Hessen Pressemeldung GEW Hessen

"Dabei muss man hessischen Schülerinnen und Schülern, Eltern und den Lehrkräften und pädagogischen Fachkräften noch ein Kompliment machen. Obwohl Hessen bei den Bedingungen in Schulen - von Klassen- und Gruppengrößen bis hin zu den Arbeitszeiten der Beschäftigten weit hinten liegt - konnten sie durch ihr Engagement ein weiteres Abstürzen verhindern", so Jochen Nagel weiter. Sachsen hat mit Klassen- und Gruppengrößen, die deutlich unter dem bundesdeutschen Durchschnitt liegen, den Sprung an die Spitze geschafft. Hessen wird sogar von unternehmernahen Instituten bescheinigt, dass die Klassengrößen bundesweit 'Spitze' sind, und dass Hessen zu den Bundesländern mit der schlechtesten Lehrerversorgung gehört.

"Wir brauchen dringend einen grundlegenden Politikwechsel zur Verwirklichung des Rechts auf gute Bildung für alle. Dazu benötigen wir deutlich bessere Arbeitsbedingungen (Gruppengrößen, Pflichtstunden, etc.), ein demokratisch reguliertes Bildungswesen anstatt betriebswirtschaftlicher Deregulierungskonkurrenz mit Abschiebung der Verantwortung auf die Schulen im Rahmen sogenannter Autonomie-Debatten. Wir benötigen mehr Zeit für gute Bildung, durch Abschaffung von G8, mit der Wiederherstellung einer einheitlichen 6jährigen Mittelstufe und ein Bildungswesen in dem Vielfalt gewinnbringend für alle genutzt und nicht einfältig sortiert wird", so Jochen Nagel abschließend.

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