PISA-Ergebnisse ermutigend für Brandenburg

Insgesamt vorsichtig optimistisch zeigt sich Brandenburgs Bildungsminister Holger Rupprecht nach der Vorstellung der PISA 2003-Ergebnisse für die deutschen Bundesländer. Brandenburg gehört danach zu einer Gruppe von Ländern, die sich in allen Kompetenzfeldern erheblich steigern konnten. Im Testfeld mathematische Kompetenz konnten sich acht Bundesländer steigern, Brandenburg hatte darunter die vierthöchste Steigerungsrate. Im Testfeld naturwissenschaftliche Kompetenz hat Brandenburg von 13 Bundesländern, die sich verbessern konnten, die sechsthöchste Steigerungsrate. Im Testfeld Lesenkompetenz hat Brandenburg von nur fünf Ländern, die sich steigern konnten, sogar das drittbeste Ergebnis.

14.07.2005 Brandenburg Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg

Nach dem mäßigen Abschneiden bei PISA 2000 liegt Brandenburg durch die brei-te Steigerung in allen Feldern nunmehr in zwei Kompetenzfeldern im OECD-Durchschnitt (mathematische Kompetenz und Problemlösungskompetenz) und ist in den anderen Kompetenzfeldern (Lesekompetenz, naturwissenschaftliche Kompetenz) auf dem Weg zum OECD-Durchschnitt.

"Wir sind auf dem richtigen Weg, haben aber erst ein Teilstück des Marathonlaufs auf unserem Weg zu einem international konkurrenzfähigen Bildungsland zurückgelegt", sagt Bildungsminister Rupprecht. "Die eingeleiteten Maßnahmen der Bildungsoffensive konnten ihre Wirkung bei den in PISA 2003 getesteten Schülern noch nicht voll entfalten. Die Steigerung der Leistungen hat für mich auch damit zu tun, dass die Schülerinnen und Schüler und ihre Lehrkräfte mit dem Vorwissen aus PISA 2000 hoch motiviert in die PISA-Erhebungen gegangen sind. Die höhere Leistungsbereitschaft, die wir durch die Bildungsoffensive einfordern, zeigt schon in PISA 2003 durch eine höhere Anstrengungsbereitschaft Wirkung. Die PISA 2003-Ergebnisse zeigen, dass es sich lohnt, sich anzustrengen und dass wir noch weiter nach vorne kommen können. Wir sind auf dem Weg in ein deutsches Mittelfeld. Wenn wir die Leistungssteigerungen beibehalten können, dann bin ich für die kommenden PISA-Tests optimistisch, dass wir weiter aufholen werden."

Bildungsminister Rupprecht sieht in den PISA Ergebnissen 2003 vor allem einen großen Verdienst der Lehrkräfte und Schüler, die die Bemühungen der Bildungsoffensive, mehr Qualität durch klare Leistungserwartungen in das brandenburgische Schulsystem zu bringen, für sich umgesetzt haben.

"Wir müssen dieses Ziel jedoch weiter fest im Blick behalten und unsere Maßnahmen der Bildungsoffensive weiter konsequent umsetzen", sagt Bildungsminister Rupprecht. "Denn nach wie vor können wir mit unseren Platzierungen im Vergleich der deutschen Bundesländer nicht zufrieden sein, auch wenn Deutschland insgesamt gegenüber den anderen getesteten OECD-Staaten aufgeholt hat. Aber auch das zeigen die ersten PISA-Zahlen: Der Abstand zwischen dem besten deutschen und dem schlechtesten deutschen Bundesland ist geringer geworden."

In einem Punkt ist Brandenburg sogar führend: Das Land Brandenburg hat das sozial gerechteste Schulsystem Deutschlands, wie die PISA-Auswertungen belegen. In keinem anderen Land entscheidet die soziale Herkunft eines Schülers über dessen schulischen Erfolg so wenig wie in Brandenburg. Eines der größten Probleme, mit dem sich das deutsche Schulsystem nach PISA auseinandersetzen musste, ein hochselektives und sozial ungerechtes Bildungssystem zu haben, trifft für Brandenburg weniger zu.

"Chancengleichheit ist somit kein leeres Versprechen im brandenburgischen Bildungssystem. In keinem anderen Bundesland haben Arbeiterkinder eine so hohe Chance auf einen hohen Schulabschluss. Dies ist die herausragende Leistung unserer Lehrerinnen und Lehrer in allen Schulformen, die wir sichern müssen. Sie stellen den Schüler mit seinen Leistungen in den Mittelpunkt und nicht seine Herkunft", sagt Bildungsminister Rupprecht.

Bildungsminister Rupprecht sieht in den PISA-Zahlen zudem noch einmal bestätigt, dass weniger die Schulstruktur für Leistungsergebnisse entscheidend zu sein scheint, als vielmehr die individuelle Förderung der Schüler. Sachsens zweigliedriges und Bayerns dreigliedriges Schulsystem erzielten gleich gute Ergebnisse, international liegt Finnland mit seinem integrierten Schulsystem weiter vorn.

Im Testfeld mathematische Kompetenz liegt Brandenburg auf dem 12. Platz der 16 getesteten Bundesländer. Es konnte sich von der vorletzten Stelle bei PISA 2000 somit in Richtung Mittelfeld nach vorne arbeiten.

Im Testfeld Lesekompetenz konnte sich Brandenburg insgesamt erheblich stei-gern, liegt mit einer Gruppe jedoch im unteren Drittel und teilt sich mit Hamburg den 13. Platz (2000 Drittletzter).

Im Testfeld Naturwissenschaftliche Kompetenz konnte sich Brandenburg ebenfalls steigern, belegt jedoch den 15. Platz (2000 ebenfalls Vorletzter).

Im Testfeld Problemlösungskompetenz, das erstmals getestete wurde, belegt Brandenburg den 11. Platz und liegt mit den erzielten Leistungen sogar über dem OECD-Durchschnitt.

Insgesamt haben im Mai 2003 rund 2.400 15jährige Schülerinnen und Schüler an 76 (35 Gesamtschulen, 20 Realschulen, 20 Gymnasien, 1 Förderschule) von der OECD nach dem Zufälligkeitsprinzip ausgewählten brandenburgischen Schulen an der PISA-Erhebung teilgenommen.


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