PISA-Ländervergleich: Schulreform unter Oettinger?

"Die wichtigste Nachricht des PISA-Ländervergleichs ist nicht die relativ gute Platzierung Baden-Württembergs, sondern das erschreckende Ergebnis, dass weiterhin der Bildungserfolg der Kinder viel zu stark von ihrer Herkunft abhängt. Insgesamt sind die heute vorgestellten Ergebnisse aber noch wenig aussagekräftig. Es besteht die Gefahr, dass eine wichtige Studie im Bundestagswahlkampf missbraucht wird", sagte am Donnerstag in Stuttgart Rainer Dahlem, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

15.07.2005 Baden-Württemberg Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

Die Bildungsgewerkschaft bezeichnet es als "alarmierend", dass in Baden-Württemberg immer noch ein Drittel der 15-Jährigen in den untersten beiden Kompetenzstufen zu finden ist. Die GEW schlägt kurzfristig eine Initiative für bessere individuelle Förderung an den baden-württembergischen Schulen und eine grundlegende Reform der Lehrerbildung vor. Langfristig müsse auch die Schulstruktur verändert werden. "Die frühe Trennung nach der vierten Klasse schadet der individuellen Förderung der Kinder. Wir erwarten, dass Ministerpräsident Günther Oettinger nach der Landtagswahl 2006 die Blockadehaltung der alten Landesregierung aufgibt und eine gemeinsame Debatte über grundlegende Schulreformen beginnt", so Dahlem.

Insgesamt gehen 220 Schulen in Deutschland in die internationale Stichprobe ein. Der länderinterne Vergleich PISA-E erweitert die Stichprobe auf 1.500 Schulen, davon 79 aus Baden-Württemberg. Der endgültige Länderbericht wird für November 2005 erwartet.

Weitere Informationen zu PISA 2003: www.gew-bw.de
Freitag, 15.07.05, Bolz-Saal im Landtag: PISA-PK der GEW

Ansprechpartner

GEW Baden-Württemberg

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