Pro Reli-Behauptung von der Wahlfreiheit ist "pure Heuchelei"

(redaktion/PM) In einer gestern veröffentlichten Erklärung hat sich die Berliner LandesschülerInnen-Vertretung (LSV) gegen das Volksbegehren von Pro Reli und für einen gemeinsamen Ethikunterricht ausgesprochen.

17.10.2008 Berlin Artikel

Dazu erklärt der Sprecher von Pro Ethik, Dr. Gerhard Weil:

"Unsere Initiative begrüßt, dass die Berliner LandesschülerInnenvertretung sich so klar und engagiert für einen gemeinsamen Ethikunterricht einsetzt, der 'Brücken zwischen den Angehörigen verschiedener Religionen' schafft und 'Vorurteile und Unwissenheit über andere Kulturen bei den Schülerinnen und Schülern' abbaut. Wir freuen uns darüber, dass das Thema der kulturverbindenden Integration in den Debatten der Schülerinnen und Schüler einen so wichtigen Platz einnimmt."

Hintergrund: Originaltext der LSV-Erklärung vom 16. Oktober 2008

LandesSchülerVertretung Berlin gegen Religionsuntericht

Die LandesSchülerInnenVertretung (LSV) von Berlin spricht sich für laizistischen Schulun-terricht aus. Sie stellt sich damit gegen die Forderung der Initiative ProReli, alternativ zum Fach Ethik einen Religionsunterricht je nach Konfession der SchülerInnen, einzuführen. Für diese Forderung sammelt die Initiative mit Unterstützung der Kirchen und der CDU derzeit Unterschriften unter ein Volksbegehren. Schulen dürften nicht noch stärker zu Plattformen für Religionen ausgebaut werden. Statt-dessen müsse im Fach Ethik noch mehr Raum für eine neutrale Betrachtung verschiedener Kulturen und Religionen geschaffen werden, so die Schülervertreter. "Der humanistische Unterricht bietet die Chance, Vorurteile und Unwissenheit über andere Kulturen bei Schüle-rinnen und Schülern abzubauen und ein verständnisvolles Zusammenleben zu fördern", betont LSV-Sprecher Niklas Wuchenauer. Das sei gerade wegen der wachsenden Frem¬den¬feind¬lich¬keit unter SchülerInnen dringend nötig. "Auf Schulhöfen werden nach wie vor Aus-drücke wie ´Nigger´ oder ´Schwuchtel´ als Beleidigung benutzt. Niemand darf sich länger vor der Verantwortung drücken! In den Schulen müssen grundsätzliche Werte des Zusammen-lebens in einer Gesellschaft wie z.B. Toleranz vermittelt werden", fordert er. "Es ist pure Heuchelei, zu behaupten, es ginge beim Volksbegehren von ProReli um Wahl-freiheit. De facto sollen Schülerinnen und Schüler je nach Glauben sortiert und getrennt unterrichtet werden", erklärt Lee Hielscher. "Jede Schülerin und jeder Schüler hat das Recht, einer Religion anzugehören. Die Aufgabe der Schule ist es jedoch, Brücken zwischen den Angehörigen verschiedener Religionen zu bauen – nicht sie von einander zu trennen!"

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