Qualitätsoffensive: Falsche Schwerpunktsetzung

Die mit dem Schuljahr 2009/10 startende Qualitätsoffensive der Landesregierung hat eine falsche Schwerpunktsetzung, sagt die Bildungsgewerkschaft GEW. "Ein Beispiel dafür ist die frühkindliche Bildung und die Grundschule. Es ist weiterhin so, dass dort die Grundlagen gelegt werden müssen, damit nicht spät repariert werden muss, was in der Kindheit versäumt wurde. Dazu leistet die Qualitätsoffensive keinen Beitrag", sagte am Montag (07.09.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

07.09.2009 Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

Die GEW macht sich dafür stark, sofort den Klassenteiler in den Grundschulen zu senken und erwartet von CDU und FDP ein bildungspolitisches Konzept, das alle Schularten berücksichtigt statt immer nur an einzelnen Baustellen Fehler zu reparieren. "Ein Beispiel dafür ist die unzureichende Unterstützung der Schulleitungen. Die bessere Bezahlung für 20 Prozent der Hauptschullehrerinnen und –lehrer ist ein erster richtiger Schritt. In der Konsequenz bedeutet er aber, dass jetzt Leiterinnen und Leiter kleiner Grundschulen weniger verdienen als beförderte Hauptschullehrkräfte. So wird es immer schwieriger, Personen für diese wichtigen Funktionen zu finden", so Moritz.

Die Bildungsgewerkschaft rechnet trotz der beginnenden Klassenteilersenkung mit einer ähnlich unzureichenden Unterrichtsversorgung wie im vergangenen Jahr. "Die Lehrerinnen und Lehrer aller Schularten arbeiten am Limit. Es gibt kaum Spielräume für Arbeitsgemeinschaften und individuelle Förderung. Die rückläufigen Schülerzahlen an einigen Schularten führen dort nicht zu einer Entlastung und können für pädagogische Verbesserungen genutzt werden, sondern alle freiwerdenden Stellen werden umverteilt", so Moritz.

An den Sonderschulen und Beruflichen Schulen gibt es sogar ein strukturelles Defizit. Diese beiden Schularten erhalten nicht einmal genug Stellen, um den Pflichtunterricht abzusichern.

Ansprechpartner

GEW Baden-Württemberg

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