Ruiniert die Landesregierung den Start der Gemeinschaftsschulen?

Neben ungleicher Bezahlung nun auch noch ungleiche Unterrichtsverpflichtung: Noch vor dem Start ihrer Schulen machten die Lehrerinnen und Lehrer der neuen Gemeinschaftsschulen ihrem Ärger Luft. Auf einer landesweiten Personalversammlung am 3.7.07 in der Integrierten Gesamtschule Neumünster-Brachenfeld forderten sie eine einheitliche Pflichtstundenzahl von höchstens 25,5 Stunden.

03.07.2007 Schleswig-Holstein Pressemeldung GEW Schleswig-Holstein

Unterstützung erhielten sie dabei von den Lehrkräften der Gesamtschulen. Die befürchten nämlich bei der Umwandlung ihrer Schulen zu Gemeinschaftsschulen eine Arbeitszeitverlängerung von 25,5 auf 27 oder 28 Stunden (je nach Laufbahn - mit Ausnahme der Gymnasiallehrer).

"Mit Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave halten wir die Gemeinschaftsschulen für einen wichtigen Fortschritt gegenüber dem dreigliedrigen Schulsystem", sagte der GEW-Landesvorsitzende Matthias Heidn auf der Personalversammlung zu den rund 250 Lehrkräften. "Was aber die Bildungsministerin als den "Beginn einer neuen Ära im schleswig-holsteinischen Bildungssystem" ankündigte, droht immer mehr zu einem katastrophalen Fehlstart zu werden."

Die Blockadepolitik der CDU bei der Pflichtstundenzahl schaffe ein Drei-Klassen-Recht, in dem die Lehrerinnen und Lehrer je nach Laufbahn zwischen 24,5 und 28 Stunden unterrichten sollten. "Auf diese Art und Weise wird die Motivation engagierter Lehrerinnen und Lehrer kaputt gemacht", so der GEW-Landesvorsitzende. Aus seiner Sicht sei es schon "ungerecht genug", dass Lehrerinnen und Lehrer an Gemeinschaftsschulen wie diejenigen an den Gesamtschulen nach Laufbahn bezahlt würden, und zwar zwischen den Besoldungsgruppen A 12 und A 14.

Der GEW-Landesvorsitzende wies darauf hin, dass zehn Tage vor den Sommerferien immer noch ein verbindlicher Planstellenzuweisungserlass für die neuen Schulen fehle. Folglich hätten Versetzungen und Neueinstellungen an den neuen Schulen noch nicht stattgefunden. Ein transparentes Verfahren zur Festlegung, wer Schulleiter einer Gemeinschaftsschule werde, gebe es ebenso wenig wie eine verbindliche Rechtsgrundlage für die Zusammensetzung der Schulleitung. Auf eine verbindliche Stundentafel für den Unterricht warteten die neuen Schulen bis jetzt auch vergebens.

Ansprechpartner

GEW Schleswig-Holstein

Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden