Bayern

Runter vom Tempo - mehr Ruhe für die Schulen

Zum Schulstart appelliert BLLV-Präsident Wenzel an das Kultusministerium, Prozesse zur EntschleuniguZum Schuljahresbeginn hat der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Klaus Wenzel, mehr Ruhe an den Schulen gefordert. "Schüler und Lehrer brauchen dringend Entschleunigung. Der Unterricht muss so gestaltet sein, dass es möglich ist, Inhalte zu vertiefen, anstatt abzuhaken."ng einzuleiten - "ansonsten bleibt das Lernen auf der Strecke"

09.09.2013 Pressemeldung Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.

Die derzeitige Fülle an Stoff könne nicht so bleiben wie sie sei - das gelte für alle Schulen, nicht nur für die Gymnasien. "Heranwachsende verlieren die eigene Urteilskraft, wenn sie nicht in die Tiefe gehen dürfen - das halte ich für gefährlich." Junge Menschen müssten zum selbständigen Denken angeregt werden und sollten mehr eigene Erfahrungen machen dürfen. "Dafür braucht es Zeit - Zeit, die es an den Schulen kaum mehr gibt." Wenzel appellierte an das Kultusministerium im neuen Schuljahr von Reformaktionismus abzusehen und Maßnahmen einzuleiten, die die überbordende Bürokratie abbauen und ertragreiche Bildungsarbeit unterstützen. "Nicht nur Schüler, auch Lehrkräfte und Schulleitungen brauchen Entlastung."

Derzeit orientierten sich Schüler, Lehrer und Eltern vor allem an Prüfungsterminen. Lernen werde so oberflächig, viele Inhalte schnell wieder vergessen. "Weil die Prüfungsdichte enorm ist und nur noch auf die Note gestarrt wird, entstehen Unzufriedenheit und Stress", sagte Wenzel heute in München. Wenzel forderte das Kultusministerium auf, den Schulbetrieb insgesamt zu verlangsamen. Die Sehnsucht nach mehr Zeit sei groß, "Zeit zum Vertiefen, zum Reflektieren, Diskutieren, zum Fehler machen dürfen oder Erfahrungen sammeln zu können." Das erfordere natürlich ein anderes Verständnis von Lernen und Benotung. In rhythmisierten Ganztagschulen seien solche Prozesse leichter umzusetzen, gab Wenzel zu bedenken. Hier gebe es gute Möglichkeiten, neue Unterrichtsmethoden einzuführen.

Wenzel: "Die Politik hat die Pflicht, Rahmenbedingungen zu schaffen, die dazu führen, dass in die Schulen wieder Ruhe kommt. Dazu brauche es:

  • mehr Personal,
  • mehr Gestaltungsfreiheit
  • ein neues Lern- und Leistungsverständnis
  • mehr Ganztagsschulen und
  • mehr Möglichkeiten zur individuellen Förderung."

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