IQB-Ländervergleic

Saarland. "Wir nehmen die Studie ernst"

Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat heute in Berlin die Ergebnisse des Ländervergleichs 2012 vorgestellt. Bildungsminister Ulrich Commerçon kommentiert in einer ersten Bewertung die Ergebnisse der Studie.

11.10.2013 Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kultur Saarland

"Ein großer Anteil der saarländische Schülerinnen und Schüler erfüllt bereits ein Jahr vor Abschluss des Bildungsgangs die Anforderungen der Bildungsstandards in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern. Das Saarland bewegt sich damit im Geleitzug der anderen Bundesländer.

Die große Herausforderung für das Saarland mit dem bundesweit niedrigsten Anteil an Schülerinnen und Schülern ohne Hauptschulabschluss und einem hohen Anteil an Schülerinnen und Schülern mit Fachhochschul- bzw. Hochschulreife besteht darin, möglichst vielen Schülerinnen und Schülern mindestens den mittleren Bildungsabschluss zu ermöglichen. Hier sehe ich einen deutlichen Nachholbedarf.

Wir nehmen die 416 Seiten umfassende Studie ernst und werden sie sorgfältig auswerten. Der Ländervergleich liefert lediglich eine statistische Darstellung ohne belastbare Analyse und ohne brauchbare Schlussfolgerungen für die Praxis vor Ort.

Auch im Hinblick auf den Einfluss der sozialen Herkunft und des Zuwanderungshintergrunds auf den Bildungserfolg liefert die Studie aufgrund einer erheblichen Datenunsicherheit keine Erkenntnisse und lässt daher keine Schlussfolgerungen auf die Situation im Saarland zu.

Aus unserer Sicht ist zu prüfen, ob der Vergleich zwischen ganzen Bundesländern zielführend ist oder ein Vergleich wirtschaftlich und soziokulturell vergleichbarer Räume zu qualitativ besseren Analysen und Schlussfolgerungen führen kann."

Die Ergebnisse im Einzelnen

Mathematik:

Im Fach Mathematik erreichen oder übertreffen den KMK-Regelstandard für den HSA 72 Prozent aller NeuntklässlerInnen im Saarland. Den Regelstandard für den MSA erreichen oder übertreffen 41 Prozent.

Herausragende Leistungen erzielen bezogen auf den HSA-Standard 13 Prozent und bezogen auf den MSA-Standard 2 Prozent der Schülerinnen und Schüler. An den Gymnasien verfehlt lediglich ein Prozent der Schülerinnen und Schüler den Mindeststandard für den MSA, während fast 81 Prozent Leistungen auf dem Niveau des Regelstandards zeigen. 6 Prozent der Schülerinnen und Schüler können herausragende Leistungen nachweisen.

Naturwissenschaften:

Den KMK-Regelstandard erreichen oder übertreffen in Biologie Fachwissen 73 Prozent, in Biologie Erkenntnisgewinnung etwa 63 Prozent der Schülerinnen und Schüler, die mindestens einen MSA anstreben. Die Anteilswerte im Fach Chemie liegen bei 61 Prozent (Fachwissen) und 67 Prozent (Erkenntnisgewinnung). Im Fach Physik erzielen im Bereich Fachwissen 71 Prozent der Schülerinnen und Schüler Leistungen, die dem Regelstandard oder einer höheren Kompetenzstufe entsprechen, im Bereich Erkenntnisgewinnung sind es sogar 77 Prozent.

Herausragende Leistungen erreichen in Biologie 4 Prozent (Fachwissen) bzw. 2 Prozent (Erkenntnisgewinnung), in Chemie 4 Prozent (Fachwissen) bzw. 9 Prozent und in Physik knapp 8 Prozent (Fachwissen) bzw. 9 Prozent (Erkenntnisgewinnung) der Neuntklässlerinnen und Neuntklässler, die mindestens einen MSA anstreben. Bundesweiter Vergleich:

Im Vergleich der Befunde zur Erreichung der Bildungsstandards bei den Neuntklässlerinnen und Neuntklässler kommt die Studie zu folgendem Schluss:

Insgesamt entspricht im Fach Mathematik die Verteilung aller Schülerinnen und Schüler auf die sechs Kompetenzstufen des integrierten Kompetenzstufenmodells im Saarland in etwa der bundesweiten Verteilung.

An Gymnasien wird im Saarland der Optimalstandard des mittleren Bildungsabschlusses in Mathematik etwas seltener erreicht als bundesweit an Gymnasien.

In den naturwissenschaftlichen Fächern sind für das Saarland keine größeren Auffälligkeiten zu verzeichnen.

Leistungsunterschiede nach sozialer Herkunft, Zuwanderungshintergrund und Geschlecht:

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass der Bildungserfolg in allen Ländern signifikant an die soziale Herkunft und den Zuwanderungshintergrund gekoppelt ist. Hinsichtlich des Saarlandes lässt die Untersuchung aufgrund einer erheblichen Datenunsicherheit keine Aussagen und Schlüsse zu.


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