Saurer Hering von sauren Lehrerinnen und Lehrern

Zu einer kurzfristigen Protestaktion vor dem Gästehaus der Landesregierung am heutigen Montag, 9.7.07 hat sich die GEW entschlossen. Hintergrund ist die Sitzung des Koalitionsauschussess der Großen Koaltion, auf dem es u.a. auch um die Lehrverpflichtung von Lehrkräften an Gemeinschaftsschulen geht. Um die Großkoalitionäre von ihrem falschen Weg abzubringen, werden ihnen "saure Lehrerinnen und Lehrer" saure Heringe überreichen.

09.07.2007 Schleswig-Holstein Pressemeldung GEW Schleswig-Holstein

Ort: Gästehaus der Landesregierung, Niemannsweg
Zeit: Montag, 9.7.07, ab 18.00 Uhr

Seit Jahren setzt sich die GEW für die Überwindung des antiquierten und sozial ungerechten dreigliedrigen Schulsystems ein. Deshalb halten wir auch die Einrichtung von Gemeinschaftsschulen in Schleswig-Holstein für sinnvoll. Auf scharfe Ablehnung stoßen bei uns jedoch die Pläne der Großen Koalition zur Arbeitszeit der Lehrkräfte an Gemeinschaftsschulen. Weder eine Arbeitszeit nach Laufbahn noch eine Festlegung auf 26,5 Stunden sind für uns akzeptabel. Beide Modelle machen aus dem "Beginn einer neuen Ära im schleswig-holsteinischen Bildungssystem", wie es Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave so schön formulierte, einen katastrophalen Fehlstart, weil sie die Motivation der Lehrerinnen und Lehrer in den Keller treiben. Schulreformen werden wieder einmal auf dem Rücken der Lehrkräfte ausgetragen.

Die Idee, die Lehrerinnen und Lehrer an den neuen Gemeinschaftsschulen gemäß ihrer Laufbahn unterrichten zu lassen, etabliert in den Gemeinschaftsschulen ein doppeltes Drei-Klassen-Recht. Die Lehrkräfte werden also nicht nur unterschiedlich bezahlt (Besoldungsgruppen A 12 bis A 14), sondern ihre Pflichtstundenzahl differiert von 24,5 bis 28 Stunden. An den alten Gesamtschulen läuft dieser Plan auf eine Erhöhung der Pflichtstundenzahl von jetzt 25,5 auf 27 oder 28 (je nach Laufbahn - mit Ausnahme der Gymnasiallehrer) hinaus.

Ebenfalls eine Arbeitszeitverlängerung für die Lehrerinnen und Lehrer an den Gesamtschulen würde eine Festlegung der Pflichtstunden auf 26,5 Stunden bedeuten, die in den vergangegnen Tagen durch die Medien geisterte. Alle Arbeitszeituntersuchungen weisen aber nach, dass Lehrkräfte schon jetzt zuviel arbeiten, so dass eine derartige Arbeitszeitverlängerung völlig inakzeptabel ist. An den neuen Gemeinschaftsschulen wäre eine Lehrverpflichtung von 26,5 Stunden genauso unverantwortlich. Wie soll bei einer so hohen Lehrverpflichtung Dynamik für ein neues und besseres Schulsystem entstehen? Wie sollen Lehrerinnen und Lehrer bei dieser Belastung mit heterogenen Schülergruppen umgehen?

Ansprechpartner

GEW Schleswig-Holstein

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