Baden-Württemberg

"Schafft die Schule ab, die kostet nur Geld!"

"Die Landesregierung hat zwei Jahre nach ihrem Start noch immer kein Konzept für die bildungspolitischen Ziele und fährt stattdessen mit dem Rasenmäher durch die Schulen. Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern werden sich ab Herbst auf eine schlechtere Unterrichtsversorgung und die Streichung vieler Zusatzangebote einstellen müssen", sagte am Dienstag (07.05.) Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

07.05.2013 Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

Die Bildungsgewerkschaft verlangt die Rücknahme der Kürzungspläne für das allgemeine Entlastungskontingent. "Wenn Grüne und SPD hier kürzen, sollen sie den Eltern auch erklären, wer sich in Zukunft an den Schulen um die Suchtprävention, die Kooperation mit den KiTas und die Qualitätsentwicklung kümmern wird. Wenn es zum Beispiel keine Stunden für die Netzwerkbetreuung mehr gibt, sollte das Kultusministerium den Schulen vorschlagen, die Computer an den Schulen auszuschalten. Die Bildungspolitik der Landesregierung trägt weiter die Überschrift ´Schafft die Schule ab, sie kostet nur Geld´. Für das Sparen hat die Landesregierung einen Plan, für die Bildungsreformen und die Unterstützung der Arbeit in den Schulen nicht", sagte Moritz.

Infos:

Im allgemeinen Entlastungskontingent erhalten die Schulen jährlich etwa 1.600 Lehrerstellen für besondere Aufgaben. Zu diesen Aufgaben gehören unter anderem die Lehrmittel- und Fachraumverwaltung, die Tätigkeit als Verbindungslehrer/in zur SMV, die Suchtprävention, die Steuerung der Schulentwicklung, der Schüleraustausch, die Betreuung des Computernetzwerks, die Kooperation mit den Kindertageseinrichtungen und alles Weitere, was an Schulen erledigt werden muss und nicht Leitungsaufgabe ist. Die Landesregierung will 14 Prozent dieser Stunden streichen.

Das Volumen ist bescheiden: Bei Schulen bis zu 20 Klassen gibt es je Klasse 0,5 Stunden. Selbständige Grund-, Haupt- oder Werkrealschulen bekommen zum Beispiel nur 0,35 Stunden je Klasse. Ab der 21. bis 40. Klasse gibt es 0,4 Stunden, für GHWRS 0,25 Stunden. Für weitere Klassen gibt es 0,2 bzw. 0,05 Stunden. Eine zweizügige Grundschule (8 Klassen) bekommt zum Beispiel für sämtliche Aufgaben 2,8 Stunden.

Weitere Informationen: www.gew-bw.de

Ansprechpartner

GEW Baden-Württemberg

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