Forderung

Schlüssiges Gesamtkonzept zum digitalen Wandel in Schule erforderlich

Der DGB NRW und die Bildungsgewerkschaft GEW NRW fordern von der Landesregierung ein schlüssiges Gesamtkonzept für die digitale Zukunft der Schulen in NRW. Lehrkräfte müssen – wie andere Landesbeschäftigte auch – mit dienstlichen Endgeräten ausgestattet werden.

13.11.2018 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung GEW Nordrhein-Westfalen
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„Wenn Schulministerin Yvonne Gebauer die Digitaloffensive an den Schulen für drei Handlungsfelder, nämlich Vermittlung von Medienkompetenz, Qualifizierung der Lehrkräfte und die Ausstattung der Schulen, ausmacht, fügen wir ein weiteres, notwendiges Feld hinzu: der sichere Umgang mit Daten muss gewährleistet sein“, erklärte dazu GEW-Landesvorsitzende Dorothea Schäfer auf einem Kongress von DGB NRW und GEW NRW sowie der Hans-Böckler-Stiftung. Digitalisierung sei kein Selbstzweck, so Schäfer: „Sie ist dann gut, wenn sie den Unterricht besser macht und das Arbeiten erleichtert. Darum muss es gehen.“

Die Vorsitzende des DGB NRW, Anja Weber, bekräftigte in der Expertenrunde den Gestaltungsanspruch des DGB und seiner Mitgliedsgewerkschaften für den digitalen Wandel in NRW und betonte: „Leitgedanke einer Digitalisierungsoffensive im Bildungsbereich muss die gleichberechtigte Teilhabe aller am politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Leben sind. Digitale Bildung muss einen Beitrag leisten, um die Gerechtigkeitslücke im Bildungssystem zu schließen, insbesondere dann, wenn es um den Zusammenhang von sozialer Herkunft und Bildungserfolg geht.“

Allerorten wird von den Lehrkräften der Mangel an technischer Infrastruktur und an dienstlichen Endgeräten bemängelt. Fehlendes  know how führt zu mehr Arbeitsbelastung und Unsicherheit. Um den Anforderungen des digitalen Wandels gerecht zu werden, fordert die GEW NRW schulformspezifische Konzepte, die professionell entwickelt und evaluiert werden. „Dafür brauchen die Schulen vielfältige Formen der Unterstützung. Lehrkräfte müssen dabei mit Ressourcen unterstützt und kontinuierlich fortgebildet werden“, verlangte die stellvertretende GEW-Landesvorsitzende Maike Finnern.

Die GEW NRW fordert wie auch die NRW-Datenschutzbeauftragten Helga Block, den Einsatz privater Geräte, also das Prinzip „Bring Your Own Device“ (BYOD), im Schulbereich auszuschließen. Finnern bekräftigte: „Wir brauchen, um vernünftig und unabhängig von Wohnort und Schulträger zu arbeiten, Dienst-PCs oder Laptops und IT-Spezialisten, die die Geräte regelmäßig warten.“ Zahlreiche Lehrkräfte seien der Aufforderung der Gewerkschaft, beim Schulministerium einen Dienstlaptop zu beantragen, gefolgt. Jetzt sei die Landesregierung am Zug.


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