Schüler auf Werkrealschulen werden zu Verlierern gemacht

In der neuen Werkrealschule wird ein großer Teil der Schüler/innen zu Verlierern gemacht. "Statt zu fördern will die CDU/FDP-Landesregierung lieber testen und sortieren und benachteiligt die Werkrealschüler gegenüber den Gleichaltrigen auf der Realschule und dem Gymnasium. Das ist die Konsequenz einer mutlosen Bildungspolitik, die Flickwerk an überholten Schulstruktren betreibt statt alle Schülerinnen und Schüler auf der Werkrealschule bis zur 10. Klasse gemeinsam lernen zu lassen. Wir brauchen Schulen, die Kinder nicht demotivieren und beschämen, sondern umfassend fördern", sagte am Dienstag (21.04.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg.

21.04.2009 Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

Die Werkrealschule soll zwar eine neue Schulart werden, die in sechs Jahren zur mittleren Reife führt. Schüler/innen, die im Durchschnitt der Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch schlechter als 3,0 sind, sollen aber nicht zur zehnten Klasse zugelassen werden. Damit widerspricht die Landesregierung ihren Aussagen, dass die Hauptschule und Werkrealschule eine Schule der praktisch Begabten sein soll. Die GEW geht davon aus, dass weit mehr als die Hälfte der Schüler/innen nach der 9. Klasse zu Abbrechern der Werkrealschule werden.

Kultusminister Helmut Rau und Ministerpräsident Günther Oettinger hatten die Werkrealschule mit dem Versprechen angekündigt, den Schüler/innen bessere Chancen zu ermöglichen. "Offenbar sind sie selbst mit diesem zaghaften Versuch, mehr Bildungsgerechtigkeit zu schaffen, an der eigenen Fraktion gescheitert. Das ist Bildungspolitik ohne Perspektive", sagte Moritz. Offensichtlich ist es das einzige Ziel der Landesregierung, viele Hauptschulen zu schließen und die Diskussion um die Schulstruktur zu unterdrücken.

Die GEW rät allen Schüler/innen mit einer Realschulempfehlung, auf eine echte Realschule zu gehen. Denn dort brauchen sie nur ein Versetzungszeugnis nach Klasse 10, während in der Werkrealschule ein Notendurchschnitt von 3,0 in den Kernfächern notwendig sein soll.

Weitere Informationen: www.gew-bw.de

Ansprechpartner

GEW Baden-Württemberg

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