Baden-Württemberg

Schule ist kein Ort für Fundamentalisten

Die GEW Baden-Württemberg ist empört über die Online-Petition "Kein Bildungsplan 2015 unter der Ideologie des Regenbogens". "Toleranz, die Akzeptanz von Vielfalt und der Abbau von Diskriminierung müssen auch in der Schule gelehrt und gelebt werden. Die GEW steht im Gegensatz zum Initiator und den Unterzeichnenden der Online-Petition eindeutig hinter der Umsetzung des Aktionsplans der grün-roten Landesregierung im Schulbereich. Damit sollen zum Beispiel Konzepte für die Akzeptanz und gleiche Rechte von lesbischen, schwulen Menschen entwickelt und damit deren Diskriminierung abgebaut werden, " sagte die GEW-Landesvorsitzende Doro Moritz am Montag (30.12.) in Stuttgart.

30.12.2013 Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

Die Petition war in ihrer ersten veröffentlichten Fassung so diskriminierend, dass sie wegen Verstoßes gegen die Nutzungsbedingungen gelöscht wurde. Diese Grundhaltung ist in der jetzt veröffentlichten Fassung weiterhin erkennbar. Der Initiator ist Lehrer und hat ein Vorstandsamt in einem Lehrerverband des Beamtenbundes inne. Gegen ihn wurde inzwischen eine Dienstaufsichtsbeschwerde eingereicht.

Die Petition wendet sich gegen die Absicht des Kultusministeriums, im Rahmen der Bildungsplanreform in den vorgesehenen fünf Leitprinzipien (Prävention und Gesundheitsförderung, berufliche Orientierung, nachhaltige Entwicklung, Verbraucherbildung und Medienbildung) das Thema "Sexuelle Vielfalt" zu verankern. "Wer im Zusammenhang mit dem Aufbau von Toleranz gegenüber sexueller Vielfalt und im Abbau ihrer Diskriminierung von einer "kompletten sexualpädagogischen Umerziehung" spricht, hat nichts begriffen und lebt in einem früheren Jahrhundert, betonte Holger Henzler-Hübner vom Netzwerks der lesbischen, schwulen, bisexuellen, transgenen, intersexuellen und queeren Menschen (LSBTTIQ) Baden-Württemberg in einer gemeinsamen Erklärung mit der GEW Baden-Württemberg.

Bildungs- und Erziehungsauftrag ernst nehmen

In jeder Klasse sind statistisch gesehen zwei Schüler/innen schwul oder lesbisch. Jedes Kind hat das Recht, in der Schule bei der Identitätsfindung unterstützt zu werden. Das Wissen um verschiedene sexuelle Orientierungen und Identitäten ermöglicht allen Schülerinnen und Schülern die Auseinandersetzung mit der eigenen Identität und Selbstbestimmung.

"Nur wenn unsere Gesellschaft einer fundierten und frühen Sensibilisierung für die Vielfalt unserer Gesellschaft zentrale Bedeutung beimisst, kommt sie ihrem Bildungs- und Erziehungsauftrag nach", sagte Moritz.

Weitere Informationen: www.gew-bw.de

Ansprechpartner

GEW Baden-Württemberg

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