Baden-Württemberg

Schuljahr 2013/14: Weichenstellung für grün-rote Bildungspolitik

Die Bildungsgewerkschaft GEW erwartet, dass das kommende Schuljahr die entscheidende Weichenstellung für die grün-rote Bildungspolitik in Baden-Württemberg wird.

03.09.2013 Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

"Nach viel Stückwerk und konzeptlosem Sparen mit dem Rasenmäher in den vergangenen beiden Jahren erwarten Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte, dass Bildung wieder mehr wert ist. Kultusminister Andreas Stoch und sein Team müssen in den Entscheidungen zum Landeshaushalt und in der Kommunikation mit den Schulen und KiTas unter Beweis stellen, dass die grün-rote Bildungspolitik nicht in der Sackgasse steckt", sagte am Dienstag (03.09.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Die GEW erwartet klare Entscheidungen für den Ausbau der Ganztagsschulen und der ständigen Vertretungsreserve, die Umsetzung der Inklusion, Poolstunden für die Grundschulen und die Stabilisierung des G8. "Bisher gibt es dafür kein Konzept und keine Finanzierung. Grüne und SPD dürfen dabei nicht auf weitere Unterstützung der Bundesregierung warten, sondern müssen einen Blick in ihren eigenen Koalitionsvertrag werfen und sinnvolle Konzepte vorlegen", sagte Moritz.

Die Bildungsgewerkschaft kritisiert, dass derzeit vor allem die Grundschulen als Steinbruch genutzt werden, um Löcher in anderen Schularten zu stopfen. "Förderstunden für Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten und Rechenschwäche gehören in die Pflichtzuweisung. Sie sind ebenso wenig Kür wie Stunden für Sprachförderung. Dass es Schulen gibt, die Schülerinnen und Schülern ohne deutsche Sprachkenntnisse kein Förderangebot machen können, ist unverantwortlich und skandalös", sagte Moritz.

Regionale Schulentwicklungsplanung

Die Bildungsgewerkschaft unterstützt klare Vorgaben und eine konzeptionelle Unterstützung der Kommunen durch eine regionale Schulentwicklungsplanung und erwartet von der Landesregierung schnell ein Konzept für die Lehrerinnen und Lehrer an Haupt- und Werkrealschulen. "Seit 40 Jahren gab es in Baden-Württemberg keine Schulentwicklungsplanung mehr, weil den CDU-/FDP-Abgeordneten der Mut dazu fehlte. Wir begrüßen es, dass die Landesregierung diesen Stillstand beenden will. Wenn Klassen wegfallen und Schulen geschlossen werden, brauchen die Lehrkräfte eine klare Arbeitsplatzperspektive, einschließlich entsprechender Begleitung, Unterstützung und Aufstiegsmöglichkeiten. Regionale Schulentwicklungsplanung darf kein Hauptschulschließungsprogramm sein. Trotz des dramatischen Schülerrückgangs brauchen wir eine Konzeption, die den verbliebenen Schüler/innen an Haupt- und Werkrealschulen gute schulische Bildung sichert." An den Haupt-/Werkrealschulen arbeiten etwa 13.000 Lehrkräfte (ohne Grundschulen).

Keine weiteren Stellenstreichungen – Erhalt der Altersermäßigung

Weitere Stellenstreichungen werden nicht nur die Einstellungssituation in allen Schularten verschlechtern. "Mit der Kürzung des allgemeinen Entlastungs-kontingents hat die Landesregierung nicht nur noch vorhandene Sympathien in der Lehrerschaft verspielt. Sie straft die Engagierten ab, die an den Schulen die Entwicklung vorantreiben und notwendige übergreifende Aufgaben übernehmen. Sie erschwert den Schulleitungen die Arbeit, die Lehrkräfte für besondere Aufgaben gewinnen müssen. Wenn die Landesregierung es wagen sollte, die Altersermäßigung zu streichen, ist der Ofen aus. Wer Lehrkräften Jahr für Jahr ohne angemessene Vorbereitung und Fortbildungsangebote neue Aufgaben gibt, sie vor große Herausforderungen stellt und dann noch den Älteren das Deputat erhöht, verliert jegliche Akzeptanz und Unterstützung", sagte Moritz.

Die GEW ist mit über 48.000 Mitgliedern in Baden-Württemberg die größte bildungspolitische Interessenvertretung im Südwesten und organisiert Beschäftigte in Bildungseinrichtungen, darunter Lehrer/innen aller Schularten.

Ansprechpartner

GEW Baden-Württemberg

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