Saarland

Schuljahr 2014/2015: Für 7.600 ABC-Schützen beginnt neuer Lebensabschnitt

Am Montag, 8. September, beginnt für die saarländischen Schülerinnen und Schüler sowie ihre Lehrkräfte das neue Schuljahr 2014/2015. Bildungsminister Ulrich Commerçon stellte heute in Saarbrücken die Schuldaten sowie die Vorhaben und Änderungen für das nächste Jahr vor.

03.09.2014 Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kultur Saarland

Für die saarländischen Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte beginnt am kommenden Montag, 8. September, ein neues Schuljahr. Während die Zahl der Schulanfänger mit rd. 7.600 ABC-Schützen gegenüber dem Vorjahr (7.545) um 0,7 Prozent leicht ansteigt, wird die Gesamtzahl der Schülerinnen und Schüler an den allgemeinbildenden Schulen (87.480) um 1,4 Prozent zurückgehen. Im Vorjahr besuchten noch 88.760 Schülerinnen und Schüler die allgemeinbildenden Schulen im Land. In den beruflichen Schulen werden voraussichtlich rd. 31.900 Berufsschülerinnen und –schüler unterrichtet. Dies entspricht gegenüber dem Vorjahr (32.682) einem Rückgang um 2,9 Prozent.

An den im Aufbau befindlichen Gemeinschaftsschulen werden rd. 3.900 Schülerinnen und Schüler neu aufgenommen (Vorjahr: 4.046), in den Gymnasien werden 3.150 Schülerinnen und Schüler eingeschult (Vorjahr: 3.322). Insgesamt werden an den Gemeinschaftsschulen nun rd. 12.700 Schülerinnen und Schüler unterrichtet, im Vorjahr waren es 8.437 Schülerinnen und Schüler. Die Gesamtschülerzahl an den Gymnasien beträgt in diesem Jahr voraussichtlich 25.500.

An den Förder- und Regelschulen werden insgesamt rd. 6.450 Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf unterrichtet, davon 2.950 Schülerinnen und Schüler an einer Schule der Regelform. Damit beträgt die Integrationsquote 45,7 Prozent.

Insgesamt wurden 413 neue Lehrkräfte eingestellt. Zudem beginnen 201 neue Lehramtsanwärterinnen und –anwärter ihren Vorbereitungsdienst.

Wesentliche Neuerungen im kommenden Schuljahr 2014/2015:

Inklusion:

  • Seit 1. August ist das Gesetz zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention ist in Kraft. Grundsätzlich werden alle Kinder beginnend und aufsteigend ab Klassenstufe 1 an einer Schule der Regelform eingestellt. Eltern können im Rahmen ihres Wahlrechts künftig eine Beschulung in der Förderschule wählen. Ab dem Schuljahr 2016/2017 werden die weiterführenden Schulen, ab dem Schuljahr 2018/19 die beruflichen Schulen einbezogen.
  • Mit Beginn des Schuljahres 2014/2015 werden zur Vorbereitung der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention an weiterführenden Schulen sieben neue Pilotschulen (Gemeinschaftsschulen) in das Pilotprojekt aufgenommen: Gemeinschaftsschule Illingen, Gemeinschaftsschule Merchweiler, Gemeinschaftsschule Neunkirchen; Gemeinschaftsschule Nohfelden-Türkismühle, Gemeinschaftsschule Nonnweiler, Gemeinschaftsschule Tholey/ Schule am Schaumberg Theley und die Gemeinschaftsschule Völklingen-Ludweiler. Insgesamt werden dann elf Gemeinschaftsschulen und sieben Grundschulen am Pilotprojekt teilnehmen.
  • Die bisherige Integrationsverordnung soll im nächsten Jahr durch eine neue Inklusionsverordnung abgelöst werden.

Selbstständige Schule:

  • Von den im Rahmen des Modellversuchs "Selbstständige Schule" erfolgreich erprobten erweiterten Befugnisse und Handlungsmöglichkeiten der Modellschulen können ab diesem Schuljahr alle saarländischen Schulen Gebrauch machen.
  • Nach Auslaufen des Modellversuchs "Selbstständige Schule" wird derzeit ein Anschlussversuch mit einer kleineren Anzahl von Schulen vorbereitet. Ziel ist die Erprobung weitergehender Freiräume. Der Anschlussversuch soll spätestens zu Beginn des Schuljahres 2015/2016 starten.

Frühkindliche Bildung:

  • Im kommenden Kindergartenjahr 2014/2016 soll ein neues Landesprogramm "Kinderbetreuungsfinanzierung" aufgelegt werden. Die externe Anhörung zum Programm beginnt nach der Sommerpause. Seitens des Landes werden 2014 bis 2016 weitere Mittel in Höhe von 16 Mio. Euro zum Ausbau der U3-Betreuung zur Verfügung gestellt.
  • Das Kooperationsjahr Kindergarten-Grundschule wird erneut ausgebaut: Insgesamt nehmen jetzt 124 Grundschulen (+ 42), 342 Kindertagesstätten (+ 127) mit 397 Gruppen (+ 182) an der Maßnahme zur Gestaltung des Übergangs von der KiTa in die Grundschule teil. Damit sind jeweils rd. 75 Prozent der KiTa´en und der Grundschulen in das Programm eingebunden. Ziel ist der flächendeckende Ausbau bis zum Ende der Legislaturperiode (2017).
  • Der Anteil der Kindergartenkinder in Ganztagsbetreuung steigt in diesem Kindergartenjahr erneut – und zwar von 48 Prozent auf 52 Prozent.

Ganztägige Bildung und Betreuung:

  • Im Schuljahr 2014/2015 gehen zwei weitere Gebundene Ganztagsschulen (GGTS) an den Start: Die Grundschule SB-Füllengarten und die Gemeinschaftsschule SB-Ludwigspark. Insgesamt hat sich die Anzahl der Ganztagsschulen in gebundener Form seit 2012 mehr als verdoppelt (15).
  • Zur Unterstützung der Kommunen bei der Einrichtung von Ganztagsschulen wird derzeit ein Programm zur Förderung von Investitionskosten erarbeitet. Im Vorgriff auf dieses Programm werden bereits jetzt Zuwendungen für fünf GGTS-Standorte gewährt: Grundschule SB-Füllengarten, Grundschule Neunkirchen Am Stadtpark, Gemeinschaftsschule SB-Ludwigspark, Gemeinschaftsschule Merchweiler, Gemeinschaftsschule Dillingen. Die Zuwendungen werden für Kosten, die den Schulträgern im Zusammenhang mit baulichen Investitionen entstehen, bis zu einer maximalen Höhe von 400.000 Euro pro Standort gewährt.
  • An den Freiwilligen Ganztagsschulen steigt der Anteil der Schülerinnen und Schüler in der Nachmittagsbetreuung auf rd. 20.540 (Vorjahr: 20.120). Dies ist eine Steigerung um rd. 2,1 Prozent.

Aufbau der Gemeinschaftsschulen:

  • Für die Klassenstufen 9 und 10 werden die Lehrpläne aller Fächer im Schuljahr 2014/2015 fertiggestellt.
  • Das Fortbildungsangebot wird weiter ausgebaut. Themenschwerpunkte sind: Umgang mit Heterogenität, Unterricht in Naturwissenschaften und Gesellschaftswissenschaften, Sprachkurse und der Wahlpflichtbereich "Beruf und Wirtschaft"

    • Zur Unterstützung der konzeptionellen Arbeit der Gemeinschaftsschulen werden erneut 6 zusätzliche Stundendeputate pro Schule zur Verfügung gestellt.

  • Nach der Besetzung von rd. 40 Funktionsstellen in diesem Jahr, werden zum Aufbau einer modernen Funktionstellenstruktur in Zukunft jährlich weiterhin 30 bis 40 Funktionsstellen über die Ruhestandsversetzungen hinaus ausgeschrieben.

Schulentwicklungsplanung:

  • Um den kommunalen Schulträgern die erforderliche Standort- und Planungssicherheit bei den weiterführenden Schulen gewährleisten zu können, wird der Dialog mit den Schulträgern fortgesetzt.
  • Die Schulträger haben ihre Schulentwicklungspläne vorgelegt. Erfüllen Schulstandorte im weiterführenden Bereich in zwei aufeinanderfolgenden Jahren die Kriterien des geordneten Schulbetriebes nicht, wird die Schulaufsichtsbehörde Gespräche mit den Schulträgern aufnehmen. Auf der Basis der Datenlage entwickeln Land und Kommunen bei Veränderungen im örtlichen bzw. regionalen Schulangebot einvernehmliche Lösungen.

Gesunde Schule:

  • Im Rahmen des Prozesses "Gesunde Schule" will das Ministerium für Bildung und Kultur dem Zusammenhang von Bildungserfolg und Gesundheit Rechnung tragen. Die aktive Gesundheitsförderung soll daher stärker mit dem Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule in Einklang gebracht werden.
  • Ein Schwerpunkt wird dabei auf die Verbesserung der Gesundheit der Lehrkräfte gelegt, u. a. durch die Einführung eines Betrieblichen Eingliederungsmanagements. Der Diskussionsprozess "Gesunde Schule" soll im Herbst starten.

Hinweis: Bitte beachten Sie, dass es sich bei den Schülerzahlen um vorläufige Angaben handelt, die auf der Grundlage der Anmeldezahlen und der Erfahrungswerte des Ministeriums ermittelt wurden. Mitte bis Ende September werden die tatsächlichen Zahlen vorliegen, über die wir Sie dann informieren werden.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden