Lehrermangel

„Schulkooperationen allein lösen die Personalprobleme nicht“

Der tlv thüringer lehrerverband bezweifelt, dass es durch die derzeit diskutierte Möglichkeit von Schulkooperationen zu einer Verbesserung der angespannten Personalsituation an Thüringens Schulen kommen würde.

16.04.2018 Thüringen Pressemeldung thüringer lehrerverband
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„Ein Sprengelmodell bietet unbestritten Vorteile, vor allem im ländlichen Raum“, konstatiert der tlv-Landesvorsitzende Rolf Busch. „Aber Schulkooperationen sind kein Mittel, um die Personalprobleme zu lösen.“

Dies habe der Austausch mit Vertretern des ASM Arbeitskreis Südtiroler Mittel-, Ober- und Berufsschullehrer/innen aufgezeigt, die derzeit auf Einladung des tlv in Erfurt seien. Sowohl im Gespräch mit Helmut Holter im Kultusministerium als auch bei ihrem Zusammentreffen mit den bildungspolitischen Sprechern Christian Tischner (CDU) und Torsten Wolf (Die Linke) im Landtag hätten die Kollegen aus Bozen ihre Erfahrungen mit Schulsprengel-Modellen dargelegt. „Die größere Autonomie der Schulen und die damit einhergehende bürokratische Entschlackung sind Vorteile, von denen Thüringen zweifellos profitieren würde“, so Busch. Allerdings dürfe nicht der Trugschluss entstehen, dass es sich bei derartigen Kooperationen um ein Sparmodell handele. „Unsere Gäste berichten uns von Schulzusammenschlüssen, wo für 1100 Schüler ein Kollegium von 150 Lehrpersonen zur Verfügung steht. Im Gespräch wurde sehr deutlich, dass diese Personaldecke auch notwendig ist, um die Anforderungen zu meistern, die Inklusion und Migration auch in Südtirol an die Schulen stellen.“

Im Gespräch mit Vertretern von tlv und ASM habe Kultusminister Holter am Freitag eingeräumt, dass die Situation an den Schulen angespannt sei und viele Lehrer bis an ihre Belastungsgrenze und darüber hinaus arbeiteten. Aufgrund der unterschiedlichen Auslastung von Schulen im städtischen und im ländlichen Raum sei es jedoch schwierig, Stundentafeln zu erstellen, die allen Bedürfnissen gerecht werden. Ein Sprengelmodell wie das in Südtirol sei nicht zuletzt deshalb spannend, weil es „Schule aus einer Hand“ anstelle einer Organisation mit vielen verschiedenen Zuständigkeiten ermögliche. „Allerdings darf in diesem Diskussionsprozess die Debatte um mehr Personal an unseren Schulen nicht in den Hintergrund rücken“, mahnt Busch. „Es handelt sich hier nicht um eine Entweder-Oder-Entscheidung.“


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