Schulleistungstest KESS:

Bildungssenatorin Alexandra Dinges-Dierig hat heute die Ergebnisse der KESS 4-Untersuchung ("Kompetenzen und Einstellungen von Schülerinnen und Schülern – Jahrgangsstufe 4") vorgestellt. Die Behörde für Bildung und Sport legt damit die bisher umfassendste Leistungsbilanz im Grundschulbereich vor.

03.09.2004 Hamburg Pressemeldung Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB)

KESS wurde im Auftrag der Behörde für Bildung und Sport im Juni 2003 in allen vierten Klassen der Hamburger Grundschulen durchgeführt. Unter Leitung von Prof. Dr. Wilfried Bos (Universität Hamburg) wurden Lernstände und Leistungsverteilungen in den Bereichen Deutsch (Lesen, Rechtschreiben, Texte verfassen), Mathematik, naturbezogenes Lernen und Englisch-Hörverstehen getestet. Gleichzeitig wurden Daten zur Situation der Schulen und zu Einstellungen der Schülerinnen und Schüler zum Unterricht und zum Lernen erhoben. Die Untersuchung ermöglichte Vergleiche zur Hamburger LAU-Untersuchung von 1996 und zur aktuellen nationalen und internationalen Grundschulstudie IGLU.

Die wichtigsten Ergebnisse sind:

  • Gegenüber den 1996 getesteten Schülerinnen und Schülern gibt es bei Hamburger Viertklässlerinnen und Viertklässlern einen Leistungszuwachs im Lesen von etwa einem halben Lernjahr, in Mathematik von sogar etwa einem Lernjahr.
  • Auf insgesamt deutlich gehobenem Niveau gibt es in allen Testbereichen gravierende Unterschiede zwischen einzelnen Schulen und Klassen, auch unter vergleichbaren Bedingungen. Dies spricht dafür, dass neben der Ressourcen-Ausstattung und der sozialen Situation des Stadtteils auch besonders die Unterrichts- und Schulqualität für das erreichte Niveau von Schülerinnen und Schülern einer Schule von ausschlaggebender Bedeutung sind.
  • Hamburger Grundschülerinnen und Grundschüler liegen im Kompetenzbereich Lesen im Bundesdurchschnitt. Leicht unterdurchschnittlich ist dagegen das Abschneiden im Rechtschreibtest.
  • Die Leistungen in Mathematik und im naturbezogenen Lernen liegen ebenfalls im Bundesdurchschnitt.
  • Auch in Hamburger Grundschulen bestätigt sich der enge Zusammenhang von sozialer Herkunft und Schulleistungen. Vor diesem Hintergrund gilt es, die eingeführten Förderkonzepte mit dem Ziel weiterzuentwickeln, die unterschiedlichen sozialen Eingangsvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler noch stärker zu berücksichtigen.
  • Der Anteil der Grundschülerinnen und Grundschüler mit erheblichen Lernrückständen im Leseverständnis ist mit 11,9 % im Vergleich zum Bundesschnitt etwas überdurchschnittlich. Unzureichend ist auch der weit unterdurchschnittliche Anteil an Spitzenleistungen (13,3 % in Hamburg gegenüber 18,1 % im Bundesschnitt). Dessen ungeachtet finden sich an vielen Schulen auch im internationalen Vergleich extrem gute Testleistungen.

Bildungssenatorin Alexandra Dinges-Dierig: "Die Ergebnisse bestätigen, dass eine regelmäßige Überprüfung der Leistungen und eine Systematisierung der Förderung nach klar definierten Kriterien der richtige Weg sind. Hamburg hat damit schon vor Jahren begonnen, jetzt zeigen sich erste Wirkungen.

Wir knüpfen mit unseren Maßnahmen der Qualitätsentwicklung, der diagnosebasierten frühen Förderung und der Standardsicherung konsequent an diese positive Entwicklung an. Unbefriedigend sind die fortbestehende soziale Benachteiligung und die großen Leistungsunterschiede zwischen vergleichbaren Klassen. Wir werden geeignete Unterstützungsmaßnahmen für Schulen in besonders schwierigen Lagen finden: So gibt der neue Sozialindex die Möglichkeit, die Förderressourcen wirklich dorthin zu lenken, wo sie hingehören.

Gleichzeitig gilt es, für besonders leistungsfähige Schüler Angebote zu schaffen, die sie auch besonders fördern.

Ein öffentliches Ranking von Schulen ist zurzeit kein Mittel, die erkennbaren Leistungsunterschiede zu verringern."

Der KESS-Kurzbericht ist ab heute Nachmittag auf folgender Web-Adresse herunterzuladen: www.erzwiss.uni-hamburg.de/kess/kurzbericht.pdf


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