Schulleitungen machen Arbeit von Sekretärinnen

"Kultusministerium und die Schulträger behandeln Schulleiterstellen so, als seien es Nebenjobs. Die Chefs an der Schule brauchen mehr Zeit und bessere Fortbildungsangebote", sagte am Mittwoch (17.12.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg. Die GEW spricht sich für mindestens eine halbe Stelle Leitungszeit für Schulleitungen aus.

17.12.2008 Baden-Württemberg Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

"Was nützt den Schulleitungen der größere Gestaltungsspielraum für die Schulen, wenn gleichzeitig mehr statt weniger Bürokratie entsteht und wir Schulleiterinnen und Schulleiter kostbare Zeit nicht für die Qualitätsentwicklung, sondern zum Ausfüllen von Statistiken einsetzen müssen," sagte Nuri Kiefer, Schulleiter der Realschule Pfinztal-Berghausen.

Die Bildungsgewerkschaft GEW, in der die meisten Schulleiter/innen Baden-Württembergs organisiert sind, hat in den vergangenen Wochen landesweit auf rund 30 Veranstaltungen für mehr Unterstützung der Schulleiterinnen und Schulleiter geworben. Notwendig sei eine professionelle Unterstützung der Schule im Verwaltungs- und Organisationsbereich und in den Bereichen Gesundheit, Sicherheit und Hygiene. An größeren Schulen sollen Schulassistent/innen eingesetzt werden, an den kleineren Schulen das Sekretariat aufgestockt werden. "Es darf nicht sein, dass Schulleiter und Schulleiterinnen nur damit beschäftigt sind, ihren Computer mit Statistiken über ihre Schüler zu füttern. Es muss genügend Zeit für die pädagogische Leitung und Weiterentwicklung bleiben", so Moritz.

Die Aufgaben, die anfallen, sind an allen Schulen ähnlich. Vor allem an den kleinen Schulen sind Schulleiter Chefs, Sekretariate und Klassenlehrer in einem. Dadurch leidet die Attraktivität des Berufes. Es ist ein stetiger Rückgang bei den Bewerbungen auf freie Schulleiterstellen zu verzeichnen.

Ansprechpartner

GEW Baden-Württemberg

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