Schulstandorte im Land sind weitgehend gesichert

Bildungsminister Holger Rupprecht hat heute in der Aktuellen Stunde des Landtags ein positives Fazit zur Bildungslandschaft im Land Brandenburg gezogen. "Das angesichts der demographischen Entwicklung unvermeidliche Schulsterben der vergangenen Jahre ist weitgehend beendet", machte Rupprecht klar. "Auch wenn angesichts eines Schülerrückgangs von bis zu 70 Prozent in den ländlichen Regionen zahlreiche Schulschließungen unvermeidbar waren, haben wir sowohl bei den Grundschulen als auch bei den weiterführenden Schulen ein gut erreichbares Schulnetz erhalten, das durchlässig ist und in dem flächendeckend alle Abschlüsse erworben werden können."

22.01.2009 Brandenburg Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg

Der Bildungsminister verwies darauf, dass die Schülerzahlen in den vergangenen zehn Jahren im Landesdurchschnitt um die Hälfte gesunken seien. "Auf diese Entwicklungen hat die Landesregierung früh reagiert: Als erstes wurde das Modell der `Kleinen Grundschule` entwickelt. Damit konnte der Bestand von 45 Grundschulen und damit nach dem Prinzip `kurze Wege für kurze Beine` ein wohnortnaher Schulbesuch für alle Grundschüler gesichert werden."

Zum Schuljahr 2005/06 sei als weiterer Schritt die Oberschule eingeführt worden, sagte Rupprecht. "Diese Entscheidung war richtig, denn ein Nebeneinander von Realschulen und Gesamtschulen ohne gymnasiale Oberstufe war angesichts der demografischen Entwicklung nicht mehr tragbar." Zudem sei die Mindestschülerzahl zur Einrichtung siebter Klassen an Einzelstandorten von 40 auf 30 gesenkt worden. "Schließlich haben wir im vergangenen Jahr die Mindestschülerzahl zur Einrichtung siebter Klassen an Einzelstandorten noch einmal auf 2 mal 12 gesenkt", so der Minister. Für Gymnasien könne die Mindestzahl der Anmeldungen von 54 in Ausnahmefällen bis auf 40 unterschritten werden, führte Rupprecht aus. "Mit Hilfe dieser Regelungen und vor dem Hintergrund der wieder leicht ansteigenden Schülerzahlen in der Sekundarstufe I haben alle weiterführenden Schulen, die dieses Jahr um Schüler werben, eine gute Chance auf Einrichtung siebter Klassen."

Auch in der gymnasialen Oberstufe sei der Anpassungsprozess des Schulnetzes an die demografische Entwicklung weitgehend abgeschlossen, versicherte der Bildungsminister. "Die Landesregierung hat auch hier vorausschauend ein Konzept zur Sicherung von Schulstandorten mit gymnasialer Oberstufe erarbeitet." Kern des Konzeptes ist es, außerhalb von ca. 75 gut erreichbaren Gymnasien auch ein erreichbares Netz von gymnasialen Oberstufen zu sichern, das den Erwerb der allgemeinen Hochschulreife insbesondere für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler von Oberschulen in 13 Jahren ermöglicht.

Um dieses Ziel zu erreichen, sind statt 50 nur noch 40 Anmeldungen für die Einrichtung 11. Jahrgangsstufen an Gesamtschulen oder Beruflichen Gymnasien erforderlich. Diese Mindestzahl von 40 Anmeldungen kann in Einzelfällen sogar noch unterschritten werden. Landesweit können damit 30 bis 35 gymnasiale Oberstufen an Gesamtschulen und beruflichen Gymnasien erhalten werden.

Mit den strukturellen Entscheidungen der vergangenen Jahre sei das Schulnetz nicht nur stabilisiert worden, sondern gleichzeitig auch durchlässig geblieben, betonte Rupprecht. Insbesondere mit der Einführung der Oberschule vor vier Jahren sei Chancengleichheit für alle Schülerinnen und Schüler geschaffen worden, so der Minister. "Bis zum Ende der Jahrgangsstufe 8 ist ein Schulformwechsel ohne Schwierigkeiten möglich. Aber auch nach Abschluss der Oberschule haben leistungsstarke Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, an einer Gesamtschule oder an einem Beruflichen Gymnasium nach 13 Jahren das Abitur zu erwerben. Erfolgreiche Oberschulabsolventen können zudem über die Fachoberschule die Fachhochschulreife erlangen und dann an allen Fachhochschulen studieren. Damit sichern wir Chancengleichheit und Durchlässigkeit."


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