Schulträger sollen Ausgaben für Schulbücher erhöhen

Gemeinde, Städte und Landkreise sollen mehr Geld für neue Schulbücher ausgeben. Dies verlangt die Bildungsgewerkschaft GEW vor Beginn der internationalen Bildungsmesse didacta in Stuttgart. "Moderne Unterrichtsmethoden und neue Bildungspläne können die Lehrerinnen und Lehrer nicht mit Schulbüchern aus dem letzten Jahrhundert umsetzen. Die Schulträger müssen mehr investieren und nicht weiter an der Ausstattung der Schulen sparen", sagte am Montag (18.02.) in Stuttgart Rainer Dahlem, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg.

18.02.2008 Baden-Württemberg Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

Baden-Württemberg hat entgegen dem bundesweiten Trend von im Durchschnitt 2,3 Prozent öffentlichen Mehrausgaben für Schulbücher im Jahr 2007 drei Prozent weniger als im Vorjahr ausgegeben. Eltern geben von Jahr zu Jahr immer mehr Geld für zusätzliche Materialien und Nachhilfe aus. "In Deutschland wird wie in keinem anderen Land der Bildungserfolg von der sozialen Herkunft der Kinder bestimmt. Die Schulen müssen so gut ausgestattet werden, dass Schülerinnen und Schüler aus einkommensschwachen Familien die gleichen Chancen wie ihre Klassenkollegen haben. Die Lernmittelfreiheit darf auf keinen Fall aufgeweicht werden", sagte Dahlem.

Durchschnittlich gab 2007 ein Schüler 20 Euro pro Jahr für neue Schulbücher aus. Doch mit Schulbüchern alleine ist es nicht getan: "Hinzu kommen Geld für Klassenfahrten und Monatskarten. In der Oberstufe an Gymnasien sind private Computer und entsprechende Software Vorraussetzung für gute Referate und Präsentationen. Ein weiterer Rückzug der Schulträger aus der Versorgung mit Lernmaterialen wäre für viele Eltern eine starke Belastung", so Dahlem.

Die GEW präsentiert sich auf der didacta an zwei Messeständen und bietet unter anderem folgende Veranstaltungen an:

20.02.08, 11 Uhr, Konferenzraum im Pressezentrum der Messe Stuttgart:

Pressekonferenz "Das Recht auf Bildung: Bildungs- und Kinderarmut: zwei Seiten einer Medaille"

Mit: Vernor Muñoz, UN-Sonderbeauftragter, Ulrich Thöne, Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Marianne Demmer, stellvertretende GEW-Vorsitzende

20.02.08, 14–14.45 Uhr, Forum didacta aktuell Bildungs- und Kinderarmut: zwei Seiten einer Medaille, unter anderem mit UN-Sonderbotschafter Vernor Muñoz und GEW-Bundesvorsitzendem Ulrich Thöne.

22.02.08, 14 Uhr, GEW-Stand (Halle I) "Länger gemeinsam lernen auch im Musterländle?"

Weitere Informationen: www.gew-bw.de

Ansprechpartner

GEW Baden-Württemberg

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