Lehrermangel

Sorge um einen gesicherten Unterricht im neuen Schuljahr

Beim Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg teilt man die Sorgen der Schulleitungen, die sich noch nicht so richtig an die Deputatsverteilung und an die neuen Stundenpläne für das kommende Schuljahr herantrauen.

08.08.2017 Baden-Württemberg Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg
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Sie befürchten, dass aufgrund der angespannten Versorgungslage noch in den Ferien die eine oder andere Lehrkraft aus dem Kollegium abgezogen werden könnte und damit die ganze Tüftelei für einen optimalen Stundenplan umsonst gewesen war.

Normalerweise werden zu Beginn der Sommerferien in den Schulen sämtliche Unterrichtsdeputate verteilt und an optimalen Stundenplänen getüftelt, damit das neue Schuljahr vom ersten Tag an nach Plan anlaufen kann. Dieses Jahr halten sich aber etliche Schulleitungen noch damit zurück, weil sie aufgrund der unsicheren Versorgungslage der Schulen mit Lehrerstunden befürchten, für den Papierkorb arbeiten zu müssen. 

Vor den Sommerferien wurden den Schulen anhand der aktuellen Schülerzahlen die Lehrerstunden für das kommende Schuljahr zugeteilt. Da aber sogar die Schulämter davon ausgehen, dass diese Zuweisung womöglich nicht endgültig ist, weil voraus¬sichtlich Lehrer von einzelnen Schulen wieder abgezogen werden müssen, um den plötzlich aufgetretenen Versorgungsengpass an einer Nachbarschule abzumildern, zögern die meisten Stundenplanmacher an den Schulen noch. „Zu recht“, wie der VBE-Sprecher behauptet. 

Waren in früheren Jahren immer noch etliche Stunden aus dem sogenannten Ergänzungsbereich (Arbeitsgemeinschaften, Stütz- und Förderstunden) als Manövriermasse vorhanden gewesen, fehlen die Stunden, seitdem es lediglich noch Zuweisungen für den Pflichtbereich gibt. Hatte früher so manche Schule einen Lehrer als interne Krankheitsreserve zur Verfügung, sucht man heute solche Pädagogen wie die berühmte Stecknadel im Heuhaufen. Hatten die Schulen bei der diesjährigen Bedarfsanalyse vor den Sommerferien nämlich auch nur ein paar Stunden Überhang, wurden diese Lehrerstunden als befristete Abordnung an die Schule gegeben, die noch nicht nach der Vorgabe des Organisationserlasses ausgestattet war. „Die Schulämter müssen den Mangel möglichst gerecht verteilen; die Pädagogik leidet aufgrund der Rotstift-Politik“, bemängelt der VBE-Sprecher die Vorgaben.


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