Baden-Württemberg

SPD-Fraktionschef rückt von Stellenstreichungen ab

Die Landesvorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW erwartet von Ministerpräsident Winfried Kretschmann eine Stellungnahme zur geplanten Streichung von Lehrerstellen. Claus Schmiedel, Fraktionsvorsitzender der SPD im Landtag, war gestern (05.05.) auf der landesweiten GEW-Vertrauensleutekonferenz von den Plänen zu Streichung von Lehrerstellen abgerückt. Er kündigte an, dass für das nächste Schuljahr 750 bis 800 Stellen zusätzlich zur Verfügung gestellt und damit nur noch 400 der geplanten 1.200 Lehrerstellen gestrichen werden.

06.05.2014 Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

"Wir freuen uns, dass offenbar die Argumente der GEW langsam Gehör finden. Dies ist ein erster wichtiger Schritt. Gute Schule geht nur mit guten Arbeitsbedingungen", sagte Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) vor etwa 250 Vertreter/innen aus allen Schularten und Regionen in Baden-Württemberg. Die GEW-Chefin wies bei der Tagung auf weitere bildungspolitische Reformprojekte wie den Ganztagsschulausbau, die Inklusion oder den Ethikunterricht hin, für die bisher kein Konzept und keine Finanzierung vorliegen.

Schmiedel versprach auf der GEW-Veranstaltung unter dem Motto "Gute Schulen braucht gute Arbeitsbedingungen" auch, dass ein Konzept für die Zukunft der gut 10.000 Lehrer/innen an Haupt- und Werkrealschulen entwickelt wird. Für diese erwartet die GEW endlich klare Perspektiven für ihre Zukunft, wenn Schulstandorte aufgelöst werden. Dazu gehören vor allem Aufstiegsmöglichkeiten ins Lehramt Realschulen und die entsprechende Besoldung. "Jeder Großbetrieb würde selbstverständlich ein Konzept erstellen, wenn tausende Beschäftigte einen anderen Arbeitsplatz brauchen", sagte Moritz.

In einer landesweiten Befragung von Lehrkräften aller Schularten hatten 3.000 Teilnehmer/innen die Schulentwicklungsplanung der Landesregierung als wichtige Maßnahme bewertet. Die Ergebnisse der Befragung zeigen zum Beispiel, dass einerseits die Einsicht in die Notwendigkeit des Prozesses der regionalen Schulentwicklung wächst. Andererseits wird durch die fehlenden Ressourcen wie für Inklusion deren Akzeptanz und Gelingen grundsätzlich infrage gestellt. In allen Schularten fehlt Klarheit über Ziele und Wege.

Ansprechpartner

GEW Baden-Württemberg

Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden