Stärken kennen - Stärken nutzen

Der "ProfilPASS" für alle soll künftig Weiterbildungsleistungen dokumentieren, den Zugang zu weiterführender Bildung fördern und damit die Beschäftigungsfähigkeit erhöhen. Das Saarland leitet im Rahmen eines groß angelegten Forschungs- und Entwicklungsvorhabens der Länder und des Bundes die bundesweite Einführung. Kultusminister Jürgen Schreier hat dazu einen Vertrag mit dem Deutschen Institut für Erwachsenenbildung (DIE) in Bonn unterzeichnet. Im Frühjahr 2006 soll das Projekt marktreif sein.

17.11.2005 Saarland Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kultur Saarland

Der "ProfilPASS" eröffnet die Möglichkeit, persönliche Kompetenzen zu ermitteln und diese zielgerichtet einzusetzen. Wer den Pass ausgefüllt hat, ist meist über das Maß seiner Fähigkeiten überrascht. Denn alle Lebensbereiche werden hinterfragt: Neben Schule, Berufsausbildung und Arbeitsleben auch Hobbys, Haushalt und Familie, Wehr- oder Zivildienst, Freiwilliges Soziales Jahr oder ehrenamtliches Engagement.

Der Pass wurde über mehrere Jahre hinweg in einem von Ländern und Bund getragenen Projekt entwickelt und bundesweit in über 30 Regionen erfolgreich erprobt. Es stellte sich heraus, dass die Nutzer ihre eigenen Kompetenzen stärker realisieren. Insbesondere fördert er selbstorganisiertes Lernen und das Selbstbewusstsein sowie eine zielgerichtete persönliche Zukunftsplanung. Besonders häufig genutzt wurde er von Menschen in Umbruchsphasen, die sich zum Beispiel auf der Suche nach einer neuen Erwerbstätigkeit befanden, aber auch von Migrantinnen und Migranten, um sich auf dem deutschen Arbeitmarkt besser zurecht zu finden.

Jürgen Schreier: "Denkt der Mensch über seine für eine bestimmte Tätigkeit erforderlichen Fähigkeiten nach, ist er meist schnell bei seinen Defiziten. Insbesondere Menschen mit Negativkarrieren erkennen die Vielzahl der eigenen Kompetenzen oft nicht. Dabei hat sie jeder. Sie sind meist nur nicht dokumentiert. Wissenschaftler schätzen, dass 70 Prozent der Kompetenzen eines Menschen nicht in der Schule, während der Ausbildung, während des Studiums oder der Weiterbildung erworben werden, sondern nebenbei, informell. Diesen Schatz gilt es zu heben." Im Saarland wird der *ProfilPASS" bei der Christlichen Erwachsenenbildung Merzig e.V. (CEB) erprobt. Eine Ausbildung von Beraterinnen und Beratern fand hierzu Anfang November 2005 statt.

Der "ProfilPASS" besteht aus dem PASS-Dokument sowie einer begleitenden Beratung. Er enthält drei Teile:

  • die Kompetenzermittlung in den acht Lebensbereichen mit Überblick und Zieldarstellung;
  • eine Sammlung von Zeugnissen, Bescheinigungen und anderen Dokumenten der Kompetenzerfassung sowie
  • einem so genannten "ProfilPASS-Extra", einer zielgerichteten Hilfe für zusammenfassende Bewertungen und Bewerbungen. Insbesondere dieser Teil wird derzeit noch ergänzt. Hilfestellung bieten Beraterinnen und Berater. Die einzelnen Stationen werden anhand von anschaulichen Beispielen im \*ProfilPASS" erläutert.

Finanziert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Europäischen Sozialfonds (ESF). Beauftragt wurde ein wissenschaftliches Konsortium, bestehend aus dem Deutschen Institut für Erwachsenenbildung, Frankfurt/Bonn (DIE), dem Institut für Entwicklungsplanung und Strukturforschung (IES) an der Universität Hannover sowie dem Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung, Frankfurt (DIPF). Geleitet wird das Projekt von einer Begleitgruppe aus Vertretern der Länder, des Bundes sowie Experten unter Leitung des Saarlandes.

Interessenten können sich unter melden. Der "ProfilPASS" und weitere Informationen zum Projekt können im Internet www.profilpass.de eingesehen und bestellt werden.


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