START in Brandenburg: Anhaltend großes Interesse von Jugendlichen mit Migrationshintergrund an Schülerstipendium / 9 neue Stipendiaten werden aufgenommen

Gesellschaftliches Engagement und Leistungsmotivation - dadurch zeichnen sich die sieben Mädchen und zwei Jungen aus, die heute im Rahmen einer feierlichen Zeremonie in der Staatskanzlei in Potsdam offiziell in das START-Stipendienprogramm für engagierte Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund aufgenommen werden. Die neun neuen Stipendiaten erwartet neben der materiellen Unterstützung in Form eines Bildungsgeldes in Höhe von monatlich 100 € und einer PC-Grundausstattung mit Internetanschluss eine intensive ideelle Förderung im Bildungsbereich. START in Brandenburg ist mit einem Finanzvolumen von rund 335.000 € eine gemeinsame Bildungsinitiative der START-Stiftung - ein Projekt der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung - gGmbH, und der Commerzbank-Stiftung, der Deutsche Bank Stiftung, dem Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg und den Regionalen Arbeitsstellen für Ausländerfragen, Jugendarbeit und Schule Brandenburg (RAA Brandenburg). Bundesweit konnte in diesem Schuljahr bereits der 1.000ste Stipendiat in das Programm aufgenommen werden.

11.11.2009 Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg

"Die START-Stipendiaten zeigen auch in diesem Jahr wieder eindrucksvoll, zu welchen Leistungen Kinder aus Zuwandererfamilien in der Lage sind. Sie stellen Leistungsbereitschaft und Kreativität, soziales Engagement und ihre Orientierung auf hoch gesteckte Ziele unter Beweis und werden auf diese Weise zum Vorbild für andere", unterstreicht Burkhard Jungkamp, Staatssekretär für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg, und gratuliert den neuen Stipendiaten. Ihre Herkunftsländer sind Ghana, Kasachstan, Libanon, Nigeria, Russland, Ukraine und Vietnam. Die Stipendiaten sind zwischen 14 und 18 Jahre alt und besuchen sieben Gymnasien, ein Oberstufenzentrum und eine Gesamtschule. Durchgesetzt haben sich die Jugendlichen unter insgesamt 40 Bewerbern in Brandenburg - eine Zahl, die das große Interesse von Jugendlichen mit Migrationshintergrund an dieser speziellen Bildungsförderung deutlich macht.

Andrea Bartl, Geschäftsführerin der START-Stiftung gGmbH, erläutert dazu: "START hat zum Ziel, die Jugendlichen auf ihrem Weg zum Abitur begleitend zu unterstützen und ihnen damit die Teilhabe an unserer Gesellschaft zu erleichtern. Dazu gehört für uns vor allem die ideelle Förderung: Neben grundlegenden Bildungsseminaren - z.B. zu den Themen "Demokratie und Partizipation", "Medien in Theorie und Praxis" und "Rhetorik" - erhalten sie die Möglichkeit, Wahlseminare im künstlerisch-kreativen, musikalischen und naturwissenschaftlichen Bereich zu besuchen. Den eigenen Interessen und Talenten gezielt nachzugehen und dadurch die eigene Persönlichkeit weiterentwickeln zu können hat für die Stipendiaten einen besonders hohen Wert."

Exkursionen in privatwirtschaftliche Unternehmen und öffentliche Verwaltungseinrichtungen, Beratungen für die Ausbildungs-, Studien- und Lebensplanung sowie die Vermittlung von Praktika ergänzen das Angebot. Die START-Stipendien werden zunächst für die Dauer eines Jahres gewährt, können aber bei anhaltend guten Leistungen und gesellschaftlichem Engagement bis zum Erreichen eines höheren Bildungsabschlusses verlängert werden.

Die Nachfrage nach dem START-Stipendium ist erfreulich hoch: Insgesamt haben sich in den 14 Bundesländern, die das Bildungsprogramm anbieten, in diesem Jahr 2.374 Schüler und Schülerinnen beworben - 61 Prozent mehr als im Vorjahr.

Auch der Stipendiatenkreis wächst fortlaufend: Seit Beginn des Stipendienprogramms im Jahr 2002 konnte nun in diesem Schuljahr der 1.000ste Stipendiat aufgenommen werden. Aktuell werden insgesamt 638 Stipendiaten gefördert. Auf Brandenburg entfallen davon 17 Schülerinnen und Schüler. Bundesweit wurden zum Ende des vergangenen Schuljahrs insgesamt 115 Abiturienten verabschiedet, die damit in den Alumniverein eintreten können, der den weiteren Austausch gewährt. Das Ziel des START-Stipendienprogramms - das Abitur - erreicht eine überzeugende Mehrheit der Stipendiaten: 97 Prozent eines Jahrgangs legen durchschnittlich die Hochschulreife ab und eröffnen sich damit den Zugang zu einem Studium.

Es ist jedoch nicht nur das schulische Leistungsengagement, das bei START zählt. Auch das soziale Engagement ist wichtig, wie Alfred Roos, Geschäftsführer der RAA Brandenburg, im Namen der brandenburgischen START-Partner, betont: "Ehrenamtliches Engagement, politische und soziale Aktivitäten belegen die gelungene gesellschaftliche Integration dieser Jugendlichen. Sie sind beispielgebend nicht nur für zugewanderte Menschen, sondern für die gesamte brandenburgische Bevölkerung." Das Engagement der neuen brandenburgischen Stipendiaten umfasst die Mitarbeit in Migrantenorganisationen, Tätigkeiten als Klassensprecher, als UNESCO-Klassensprecher, als Trainer im Jugendsport und als Leiter von Lernarbeitsgruppen sowie aktive Mitgliedschaften insbesondere in Fußballvereinen und Tanzsportclubs.

Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung hat das START-Schülerstipendienprogramm im Jahre 2002 mit rund 20 Stipendien in Hessen begonnen. Heute unterstützen rund 100 Kooperationspartner das Programm - Stiftungen aus Deutschland und den USA, Kultusministerien, Kommunen, Privatpersonen, Unternehmen und Vereine. Seit 2007 führt die START-Stiftung gemeinnützige GmbH als Tochtergesellschaft der Hertie-Stiftung das Programm durch. Im Schuljahr 2009/2010 werden insgesamt 638 Schülerinnen und Schüler aus über 60 Herkunftsländern gefördert. Zusammen mit den Stipendiaten, die bereits das Abitur abgelegt haben, profitier(t)en 1.000 Stipendiaten von dem Programm. START ist in den Bundesländern Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen vertreten.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden