START in Brandenburg: Bildungswege begleiten und Persönlichkeit fördern / Aufnahme des zweiten START-Stipendiatenjahrgangs

- Sechs engagierte Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund neu ins Programm aufgenommen - gefördert durch vier Partner - Schülerstipendienprogramm baut auf Persönlichkeitsentwicklung und Talentförderung durch erweitertes Bildungsangebot

06.10.2008 Brandenburg Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg

Der Kreis der brandenburgischen START-Stipendiaten ist heute erneut gewachsen: Sechs talentierte, leistungsstarke und gesellschaftlich engagierte Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund sind in das START-Stipendienprogramm aufgenommen worden. START möchte die Jugendlichen auf dem Weg zum Abitur unterstützen und sie damit in ihrer Integration in unsere Gesellschaft stärken. Die Aufnahmeurkunden überreichte der Minister für Bildung, Jugend und Sport, Holger Rupprecht, im Rahmen einer feierlichen Zeremonie im Brandenburg-Saal der Staatskanzlei. Fünf Mädchen und ein Junge haben sich unter rund 30 Bewerbern durchgesetzt. Ausgewählt wurden sie von der START-Stiftung gGmbH - ein Projekt der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung - und der Freudenberg Stiftung, dem Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg sowie den Regionalen Arbeitsstellen für Ausländerfragen, Jugendarbeit und Schule, Brandenburg (RAA Brandenburg), die START in Brandenburg als gemeinsame Bildungsinitiative anbieten. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten im Alter von 14 bis 17 Jahren besuchen die Klassen 9 bis 11 in fünf Gymnasien und einer Ober-schule. Ihre Herkunftsländer sind: Russland, Vietnam und die Ukraine.

Minister Rupprecht sagte zu den Stipendiaten: "Das Ziel des Stipendienprogramms ist Begabtenförderung, in diesem Fall speziell die Förderung von besonders begabten Kindern aus Zuwandererfamilien. Die Förderung besonders begabter Schülerinnen und Schüler ist ein Ausdruck von Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit. Diese Bildungsgerechtigkeit muss auch für Euch gelten: Leistungsbereite und begabte Zuwandererkinder, Schülerinnen und Schüler, von denen wir annehmen, dass sie perspektivisch auch für Führungspositionen in Gesellschaft und Wirtschaft in unserem Land geeignet sind."

START zeichnet sich neben der finanziellen Unterstützung vor allem durch eine ideelle Förderung aus. Die Schülerinnen und Schüler erhalten monatlich ein Bildungsgeld in Höhe von 100 €, das für Bildungsausgaben wie z.B. Schulbücher, Musikunterricht oder Theaterbesuche vorgesehen ist. Die ebenfalls gestellte PC-Grundausstattung mit Internetanschluss ermöglicht u.a. einen intensiven Austausch der Stipendiaten. Das Herzstück des Stipendiums ist die ideelle Förderung: Wahlseminare im künstlerisch-kreativen, musikalischen und naturwissenschaftlichen Bereich sollen den Jugendlichen ermöglichen, stärker ihren eigenen Interes-sen und Talenten nachzugehen und ihre Persönlichkeit weiterzuentwickeln. Parallel dazu werden die Schülerinnen und Schüler eine Reihe von Bildungsseminaren besuchen, die ihren schulischen Weg begleiten und eine aktive Mitwirkung am gesellschaftlichen Leben in Deutschland vermitteln sollen, wie z.B. "Demokratie und Partizipation", "Medien in Theorie und Praxis" und "Rhetorik".

Andrea Schurr, Geschäftsführerin der START-Stiftung gGmbH, erläutert den An-satz des START-Förderungskonzepts: "Die Förderung von jungen Zuwanderern durch Schaffung positiver Anreize, Motivation und Perspektiven ist ein Ansporn zur Integration und zugleich auch eine Investition in die Zukunft des Einzelnen und in die Gesellschaft."

Über die Bildungsseminare hinaus erwarten die Stipendiaten Exkursionen in pri-vatwirtschaftliche Unternehmen und öffentliche Verwaltungseinrichtungen, Bera-tungsangebote für die Ausbildungs-, Studien- und Lebensplanung sowie die Vermittlung von Praktika. Die START-Stipendien werden zunächst für die Dauer eines Jahres gewährt, können aber bei anhaltend guten Leistungen und gesellschaftlichem Engagement bis zum Erreichen eines höheren Bildungsabschlusses verlängert werden.

START wurde in Brandenburg im Jahr 2006 zum ersten Mal angeboten. Dank des kontinuierlichen Engagements der vier Projektpartner der ersten Stunden konnte das Finanzvolumen von START in Brandenburg stetig ausgebaut werden. Inzwischen beträgt es 130.000 €. Dies ist die Grundlage für die Ausweitung des Stipendiatenkreises. Mit dem neu aufgenommen Jahrgang kommen insgesamt neun Schülerinnen und Schüler in den Genuss des Stipendiums. Drei Stipendiaten haben bereits ihr Abitur abgelegt. In der Zukunft ist die Mitwirkung zusätzlicher Unterstützer gerne gewünscht.

Alfred Roos, Geschäftsführer der RAA Brandenburg erläutert im Namen der brandenburgischen START-Partner: "Die Stipendiatinnen und Stipendiaten zeigen mit ihrem erfolgreichen Engagement, dass Integration Chance und Gewinn für das Land Brandenburg ist. Sie haben dazu selbst einen großen eigenen Beitrag geleistet und Ihnen gilt unsere ganze Anerkennung."

Die START-Stipendiatinnen und -Stipendiaten 2008:

Vorname w/m Alter Herkunftsland Wohnort
Tatjana w 17 Russland Belzig
Oxana w 16 Russland Bernau
Anna w 15 Ukraine Cottbus
Anh Tony Tuan m 16 Vietnam Fürstenwalde
Phuong Dung w 14 Vietnam Potsdam
Julianna w 15 Russland Woltersdorf

Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung hat das START-Schülerstipendienprogramm im Jahre 2002 mit rund 20 Stipendien in Hessen begonnen. Heute unterstützen rund 100 Kooperationspartner das Programm - Stiftungen aus Deutschland und den USA, Kultusministerien, Kommunen, Privatpersonen, Unternehmen und Vereine. Damit START weiterhin wachsen und weitere Partner in das Netzwerk aufnehmen kann, hat die Gemeinnützige Hertie-Stiftung im September 2007 die START-Stiftung gGmbH als eigenständige Tochtergesellschaft gegründet. Sie hat ihren Sitz in Frankfurt am Main.

Im Schuljahr 2008/2009 fördert die START-Stiftung mit ihren Partnern insgesamt rund 570 Schülerinnen und Schüler aus über 60 Herkunftsländern. START ist in den Bundesländern Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen vertreten.

Kontakt:
RAA Brandenburg
Karin Wieckhorst
Landeskoordinatorin START in Brandenburg
Benzstraße 11/12
14482 Potsdam
Tel.: 03 31-7 47 80 11
Fax: 03 31-7 47 80 20
E-Mail:


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