GEW Schleswig-Holstein

Steinburg-Schule in Itzehoe: Bildungsministerium setzt Beamte als Streikbrecher ein

Bei einer Streikkundgebung vor der Itzehoer Steinburg-Schule am frühen Mittwochmorgen (11.03.2015) übte Matthias Heidn, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) heftige Kritik am Bildungsministerium: "Es ist ein Unding, dass das Bildungsministerium an dieser Schule Beamte zum Einsatz als Streikbrecher verdonnert hat. Das Bildungsministerium verstößt damit bewusst gegen ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts." Dieses Verhalten reihe sich nahtlos ein "in den im Kern obrigkeitsstaatlichen Umgang des Landes mit den angestellten Lehrkräften".

11.03.2015 Pressemeldung GEW Schleswig-Holstein

An der Steinburg-Schule hatten die pädagogischen Mitarbeiterinnen die Arbeit niedergelegt. Sie unterrichten zum Teil seit Jahrzehnten nahezu wie Lehrerinnen und Lehrer, ohne dass sie dafür eine annähernd angemessene Vergütung erhalten. Seit vielen Jahren werden sie vom Land immer wieder hingehalten. Daher ist bei ihnen auch die Streikbereitschaft besonders groß. "Das Verhalten des Bildungsministeriums zeigt, wie wichtig endlich ein Tarifvertrag für Lehrkräfte ist. Wir müssen endlich weg von den einseitig diktierten Arbeitgeber-Richtlinien", forderte Matthias Heidn.

Überhaupt sei es unglaublich, wie sich die Länder als Arbeitgeber verhielten, nahm der GEW-Landesvorsitzende die Länder aufs Korn. "Die Arbeitgeber haben bisher noch nicht einmal ein Angebot vorgelegt. Im Gegenteil: Sie wollen über Gehaltssteigerungen erst dann reden, wenn die Beschäftigten bereit sind, Einschnitte von rund 20 Prozent bei der Betriebsrente hinzunehmen. Aber nicht mit uns! Dagegen werden wir uns wehren, auch wenn es in Schleswig-Holstein wegen der geringen Anzahl von angestellten Lehrkräften nur symbolische Nadelstiche sind!"

Die Gewerkschaften fordern in der Tarifrunde eine Gehaltssteigerung um 5,5 Prozent (mindestens 175 Euro), einen Eingruppierungstarifvertrag für Lehrkräfte, der wirkliche Verbesserungen bringt, sowie den vollständigen Erhalt der Zusatzversorgung und den Ausschluss sachgrundloser Befristungen.

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