Stückwerk Bildungspolitik im Kinderland

"Die Bildungspolitik der Landesregierung wird immer mehr zum Stückwerk. Dieser Flickschusterei mit Hausaufgabenbetreuung und pädagogischen Assistenten werden die Wählerinnen und Wähler bei der nächsten Landtagswahl eine Absage erteilen. Populistische Reaktionen auf berechtigte Kritik werden niemanden zufrieden stellen", sagte am Freitag (13.06.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW.

13.06.2008 Baden-Württemberg Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisiert die Pläne zur Einrichtung einer Hausaufgabenbetreuung an Gymnasien als "völlig unangemessen". "Warum bekommen nur Gymnasien dieses Angebot? Die Kinder und Jugendlichen an den anderen Schularten brauchen ebenfalls mehr Unterstützung. Kultusminister Helmut Rau ist vor zwei Jahren mit dem Versprechen angetreten, mehr für die individuelle Förderung zu tun, doch der Alltag an den Schulen sind volle Klassen und weniger statt mehr Förderunterricht", so Moritz.

Während die Landesregierung jetzt für die Gymnasien Hausaufgabenbetreuung organisiert, dürfen die Pädagogischen Assistenten in den Hauptschulen keine Unterstützung bei Hausaufgaben geben, dafür seien die Schulträger zuständig, so das Kultusministerium.

Die GEW schlägt unter anderem vor, bis 2013 alle Gymnasien zu echten Ganztagsschulen auszubauen. "Wenn jedes Jahr 50 Gymnasien Ganztagsschulen werden, gibt es in sechs Jahren in Baden-Württemberg keine Kinder mehr, die nach dem Unterricht mit Hausaufgaben nach Hause kommen", sagte Moritz.

In Baden-Württemberg gibt es 377 öffentliche Gymnasien, davon sind nur 64 Ganztagsschulen. Von den 59 privaten Gymnasien sind mit 36 mehr als die Hälfte Ganztagsschulen.

Ansprechpartner

GEW Baden-Württemberg

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