Ungerechtigkeit überschattet gutes Ergebnis

Der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Klaus Wenzel, bezeichnete die vorab bekannt gewordenen Ergebnisse der internationalen Schulvergleichsstudie PISA 2006 als Fortschritt. "Wenn sie sich bestätigen, ist es erfreulich, dass deutsche Jugendliche in den Bereichen Naturwissenschaft und Umwelt relativ gut abschneiden." Um das Niveau halten zu können, sind aber deutlich mehr Lehrer erforderlich. "Der derzeitige Lehrermangel gefährdet das Erreichte." Scharfe Kritik übte er an der nach wie vor bestehenden sozialen Ungerechtigkeit im deutschen Bildungssystem. Sie wurde erst gestern mit der Veröffentlichung der neuen IGLU-Grundschulstudie erneut thematisiert. "Vermutlich wird sie auch die offizielle Bekanntgabe der PISA-Studie 2006 am kommenden Dienstag überschatten."

29.11.2007 Bayern Pressemeldung Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.

Grund zur Euphorie gibt es nach Auffassung Wenzels nicht: "Die PISA-Studien sind nicht miteinander vergleichbar, darauf hat die OECD ausdrücklich hingewiesen." Seit Veröffentlichung der ersten PISA-Studie hat sich an den grundlegenden Übeln im deutschen Bildungssystem nichts geändert: Nach wie vor ist es in hohem Maße sozial ungerecht und benachteiligt eklatant arme Kinder und Jugendliche. "Solange Zehnjährige auf verschiedene Schularten verteilt werden, wird sich daran auch wenig ändern. Wir sollten endlich vom PISA-Spitzenreiter Finnland lernen, unsere Kinder vom Auslesedruck befreien und an den Schulen eine neue Lernkultur etablieren", forderte Wenzel. "Die Missstände sind längst offengelegt. Kleine Korrekturen da und dort reichen nicht aus."


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